„Branche muss erkennen, woran es hapert“
Schwaz, Wien – „Wenn auch die Vizepräsidentin der Tiroler Wirtschaftskammer, Martina Entner, mittlerweile davon spricht, dass es im Hotel- u...
Schwaz, Wien –„Wenn auch die Vizepräsidentin der Tiroler Wirtschaftskammer, Martina Entner, mittlerweile davon spricht, dass es im Hotel- und Gastgewerbe leichter ist, Gäste als Personal zu finden, hat sie erkannt, wovor wir seit Jahren warnen“, reagiert Berend Tusch, Vorsitzender des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida, auf den gestern dazu erschienenen Artikel in der TT anlässlich des Neujahrsempfangs in der Schwazer Wirtschaftskammer.
„Entner liegt ganz richtig, wenn sie sagt, dass es höchste Zeit ist, dass die Unternehmer wieder attraktive Arbeitgeber sind“, so der Gewerkschafter. Den Unternehmern sei die von ihnen geforderte Wertschätzung sicher, wenn sie ihre Beschäftigten anständig behandeln. Verwundert zeigt sich Tusch, dass Entner und der WK-Präsident Jürgen Bodenseer weniger Kontrollen und Strafen für Betriebe verlangen: „Im Klartext heißt das wohl, dass Arbeitnehmerschutzbestimmungen aufgeweicht oder frei interpretierbar sein sollen. Das wird es mit uns jedoch mit Sicherheit nicht spielen. Es geht darum, geltende Rahmenbedingungen einzuhalten und keine neuen Schlupflöcher zu suchen, um Beschäftigte auszubeuten.“
Tusch betont, dass „unsere Tür selbstverständlich für konstruktive Gespräche und Verhandlungen stets offen ist!“. Noch im Jänner treffen sich die Sozialpartner, um über die angespannte Situation im Tourismus zu beraten. „Die Branche muss endlich erkennen, woran es hapert. Die Symptome sind seit Jahren die gleichen. Jetzt können wir gemeinsam einen Befund erstellen und an der Genesung arbeiten.“ (TT)