Finanzmarktaufsicht

Marktmissbrauch-Alarm schrillte doppelt so oft

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Wien – Bei Österreichs Finanzaufsehern läuteten im Vorjahr doppelt so oft die Alarmglocken wegen Verdachts auf Marktmissbrauch: Die Zahl der...

Wien –Bei Österreichs Finanzaufsehern läuteten im Vorjahr doppelt so oft die Alarmglocken wegen Verdachts auf Marktmissbrauch: Die Zahl der an die Finanzmarktaufsicht (FMA) gemeldeten verdächtigen Wertpapiertransaktionen stieg von 41 auf 64 Fälle. Ein wesentlicher Teil davon entfiel auf so genannte „Crossings“. Dabei geht es vereinfacht gesagt darum, Buchverluste steuerschonend mit realen Gewinnen gegenzurechnen. Solche In-sich-Geschäfte, die zumeist knapp vor Jahresende getätigt werden, sind aber nicht nur für institutionelle Investoren, sondern auch für private Anleger verboten und strafbar. Börsen und Wertpapierhändler sind verpflichtet, alle verdächtigen Transaktionen an die FMA zu melden, erklärte FMA-Vorstand Klaus Kumpfmüller am Mittwoch im Klub der Wirtschaftspublizisten.

Von den seit 2011 eingeleiteten und abgeschlossenen Verfahren wegen Marktmanipulation wurden laut Kumpfmüller in erster Instanz 43 mit Strafen beendet. 90 Prozent der Verwaltungsstrafen wurden rechtskräftig. Die verhängten Strafen machten bis zu 100.000 Euro aus, im Schnitt waren es 16.000 Euro. Die FMA überwacht pro Jahr etwa 32 Millionen Transaktionen.

Die Qualität der Whistle­blower-Hinweise an die FMA hat in den letzten drei Jahren übrigens zugenommen. Zwei Drittel der Informationen würden bereits den Bereich betreffen, für den die FMA zuständig sei. Insgesamt habe die FMA über ihre App im Vorjahr 177 anonyme Hinweise bekommen, sagte FMA-Vorstand Helmut Ettl am Mittwoch. (TT, APA)