Stein für Bergbau-Produktion kommt langsam ins Rollen
Hinter den Kulissen des geplanten Mitterer-Freilichttheaterstücks gibt es noch viel zu regeln. Die Theaterworkshops starten im Februar in Schwaz.
Von Angela Dähling
Schwaz –Es war ein kultureller Paukenschlag im Herbst 2015. Da wurde bekannt, dass Felix Mitterer und Markus Plattner im Auftrag der Stadtgemeinde Schwaz eine 330.000 Euro teure Freilichttheaterprodukion über die Bergbauhistorie von Schwaz auf die Bühne bringen sollen. Zwei Jahre Vorlaufzeit gab man sich, im heurigen Jahr hätte die Uraufführung stattfinden sollen.
Doch dann wurde es ruhig, lediglich sickerte durch, dass die Uraufführung um ein Jahr auf 2018 verschoben werden soll. Zwar gab es hinter den Kulissen einige Gespräche, mehr aber nicht. Als Markus Plattner unlängst an seinem 40. Geburtstag am 27. Dezember das Verdienstzeichen der Stadt verliehen wurde, hatte er noch immer keinen Vertrag für die Freilichtproduktion in Händen. Und Felix Mitterer lediglich einen Vertragsentwurf, den er so aber nicht zu unterzeichnen bereit war.
Inzwischen kommt Bewegung in die Sache. Seit Anfang der Woche hat Peter Lindner seinen Vertrag mit der Stadt als Produzent/Veranstalter in Händen. „Er ist für das Organisatorische, das gesamte Equipment, Bühnenbild, Technik, Musik, die Verträge mit den Schauspielern, die finanzielle Abwicklung samt Finanzplan sowie die Bewerbung verantwortlich – unterstützt durch das Kulturamt“, erläutert BM Hans Lintner auf Anfrage der TT. „Und er macht auch den Vertrag mit Markus Plattner, der als Regisseur für das künstlerische Programm zuständig ist“, erklärt Lintner weiter. Der Vertrag mit Felix Mitterer als Autor wiederum sei Sache der Stadtgemeinde. Und auch dieser liege Mitterer in überarbeiteter Form seit dieser Woche vor. „Es wurden noch Details geändert. Es ging u.a. um unsere Rechte an Aufführungen, dass Dritte für die Verwendung an den Autor Tantiemen zahlen müssen etc.“, erklärt der Bürgermeister. 50.000 Euro hat die Stadtgemeinde 2017 für das Theaterprojekt budgetiert, 2018 soll es jetzt zur Auszahlung kommen, weitere 60.000 Euro folgen.
Statt 330.000 Euro stehen nun nur knapp über 200.000 Euro zur Verfügung. „Weil das Land und der TVB ihren Drittelanteil von je 110.000 Euro nicht tragen wollten und nun gemeinsam rund 110.000 Euro zahlen“, erklärt Lintner. Mittels Sponsoren und Eintrittsgeldern hoffe man, das Budget auffetten zu können. Einen Beschluss vom TVB über die genaue Summe gebe es noch nicht, erklärt TVB-Obmann Peter Unterlechner. Grundsätzlich sei man dafür, aber Details wie Kosten für Folgeaufführungen und wer mögliche finanzielle Defizite ausgleicht, seien noch offen.
Während also hinter den Kulissen offenbar noch einiges zu klären ist, muss von künstlerischer Seite aber jetzt der Startschuss erfolgen. Denn Markus Plattner will wie auch bei „Der kleine Prinz“ (Kristallwelten) oder „Wie im Himmel“ (Festspielhaus Erl) sein Ensemble nach Abhaltung von Theaterworkshops zusammenstellen. Durch sie haben auch absolute Theaterneulinge die Chance, in die Theaterwelt hineinzuschnuppern und festzustellen, ob das Ganze was für sie ist. „Parallel zu den Workshops entsteht im Austausch mit Felix Mitterer das Stück“, verrät Plattner. Seitens der Stadtgemeinde gilt der Auftrag an Mitterer, mit dem Stück „das Profil der Stadt über das Identitätsthema Bergbau zu schärfen“, so Bürgermeister Lintner.
An zehn noch festzulegenden zweistündigen Terminen finden demnächst drei getrennte Theaterworkshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene unter der professionellen Leitung von Markus Plattner statt. „Sich auszudrücken, kreativ zu sein und gemeinsam etwas Großes zu schaffen, ist uns allen in die Wiege gelegt“, sagt Plattner. Durch die Unterstützung des Landes Tirol und der Stadt Schwaz sind die SpielFeste-Workshops kostenfrei. Das erste Treffen ist am 1. Februar um 18 Uhr. Anmeldung: spielfeste@gmail.com oder Tel. 0650/4167970 (Nicola Daxer).