Bezirk Innsbruck-Land

Beim Öffi-Verkehr in Hall wird noch nachjustiert

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Die Nutzer kritisieren schmale Haltestellen und teils längere Fahrtzeiten – und wünschen sich, dass der Stadtverkehr auch wieder samstags fährt.

Hall –Im Dezember kam es beim Linienverkehr im Raum Hall zu weitreichenden Fahrplan- und Routenänderungen. Nun nahmen Vertreter des Verkehrsverbundes Tirol (VVT), des Büros für Verkehrs- und Raumplanung und der Stadtgemeinde Hall bei einem ersten – von vornherein geplanten – Evaluierungstermin Anregungen und Kritik der Öffi-Nutzer entgegen. Dutzende Besucher im Rosenhaus, mehr als erwartet, sparten mit beidem nicht.

Gleich mehrere besorgte Eltern kritisierten etwa, dass die Bushaltestelle Heiligkreuz-Kirche nicht mehr angefahren werde und die Fahrgäste – darunter viele Schüler – nun am Samerweg einsteigen müssten: Bei der dortigen, sehr schmalen Haltestelle stünden die Kinder dicht gedrängt, der Einstieg sei also viel unsicherer als bei der Kirche.

Ob eine Haltestelle, auch eine bereits bestehende, den Vorgaben entspreche oder nicht, lege die Kraftfahrlinienbehörde fest, erklärte Andreas Knapp, Leiter der Verkehrs- und Angebotsplanung beim VVT. „Wenn das nicht der Fall ist, können und dürfen wir sie nicht anfahren.“ Die Haltestelle Heiligkreuz-Kirche müsse umgebaut werden, ergänzte Andreas Mayrhofer vom städtischen Bauamt, laut einem Sachverständigen des Landes verfüge sie über „keine richtige Aufstandsfläche“. Die Stadt will die Adaptierung nun so rasch wie möglich angehen, danach werde der Halt wieder bedient, so Knapp. Es gebe übrigens „immer wieder Fälle, wo wir eine Haltestelle für bedienbar halten, die Behörde das aber anders sieht“.

Auf Kritik stieß teils auch die Führung der neuen, zweiten Stadtbuslinie, die halbstündlich vom Bahnhof über Schönegg und Heiligkreuz zurück zum Bahnhof verkehrt. Die Linie ist zwar für viele Haller ein Fortschritt, weil der Bereich Schwimmbad und Alte Landstraße mitbedient wird – für die Bewohner von Heiligkreuz dauert es durch diese Schleife nun aber deutlich länger, ins Stadtzentrum zu gelangen.

Öffis seien „immer ein Kompromiss“ zwischen Fahrtzeit und bestmöglicher Abdeckung, meinte Knapp. Zur Frage der Auslastung erklärte er, dass es nach der Einführung einer neuen Route erfahrungsgemäß ein bis eineinhalb Jahre brauche, bis sie sich „gesetzt“ habe: „Man kann nicht nach zwei Monaten sagen, dass eine Linie nicht angenommen wird.“

Mehrfach bemängelt wurde auch, dass der Stadtteil Untere Lend nun über keine direkte Busverbindung in die obere Stadt mehr verfüge – und es beim Umsteigen immer wieder Probleme gebe. Als zentrale Forderung der Fahrgäste kristallisierte sich zudem heraus, dass der Stadtverkehr auch (wieder) am Samstag fahren solle. Der Umfang der Fahrpläne werde nicht vom VVT festgelegt, sondern mit den Finanziers – in diesem Fall der Stadt Hall – abgestimmt, meinte Knapp dazu. „Wir werden schauen: Wenn der Bedarf so hoch ist, dass es am Samstag wieder einen Bus braucht, dann werden wir ihn auch wieder einführen“, versprach Vize-BM Werner Nuding (VP), „genau dafür sind solche Abende da“.

Auch der Wunsch nach einer besseren Abstimmung der neuen Fahrpläne mit den Schulzeiten wurde vom VVT aufgenommen. Weitere Anregungen aus der Bevölkerung betrafen u. a die Einführung von Ticketautomaten und Mehrfahrtentickets. (md)

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