Niki Lauda über den schnellen Erfolg und das Windelwechseln
Finanzminister Hans Jörg Schelling lud im Rahmen des Hahnenkamm-Wochenendes zu „Finanz im Dialog“. Niki Lauda war als Gast mit dabei.
Von Harald Angerer
Kitzbühel –Sport und Wirtschaft – nicht nur am Hahnenkamm-Wochenende ein spannendes Doppel. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Finanz im Dialog“ lud Finanzminister Hans Jörg Schelling zu einer Diskussionsveranstaltung. Auf dem Podium im Schloßhotel Lebenberg in Kitzbühel nahm Formel-1-Legende Niki Lauda Platz und diskutierte mit Schelling über den Weg an die Spitze und die Erfolgsfaktoren in Wirtschaft und Hochleistungssport.
„Wie im Sport habe ich auch in der Wirtschaft immer den schnellsten Weg an die Spitze gesucht; das ist sicher die Grundlage meines Erfolges“, erklärte Niki Lauda vor einem gespannten Publikum von Wirtschaftstreibenden aus ganz Tirol. Wichtig sei auch, dass man die Fehler nicht bei anderen suche. So genannte „Excuse-Books“ müsse man über Bord werfen. „Als ich nach meinem Unfall damals wieder ins Cockpit gestiegen bin, war ich im Training gleich wieder schnell. Vor dem ersten Rennen hatte ich die Hose voll. Ich musste mich also fragen, was ich ändern kann“, sagt Lauda.
Auch in der Wirtschaft habe er gelernt, den schnellsten Weg nach oben zu suchen. „Bei Mercedes hatten wir eine Unmenge Divas unter den Ingenieuren, es galt sie dann alle in eine Richtung arbeiten zu lassen“, schildert Lauda aus seinem aktuellen Engagement im Mercedes-Formel-1-Team.
Solche „Excuse-Books“ gebe es auch in der Politik viel zu viele, erklärt dazu Finanzminister Schelling. „Auch in der Politik kennen wir die Ziele, und wir kennen auch den Weg dorthin, aber wir kommen meistens nie am Ziel an“, sagt Schelling kritisch. Er betonte auch, dass man sich in der Regierung einiger sei, als es wirkt. „Wir müssen aber die Fliehkräfte einfangen, die heißen bei uns Sozialminister“, sagt Schelling. Es würde zu oft darüber diskutiert, warum etwas nicht geht, anstatt an der Lösung zu arbeiten.
Ob Emotion in der Wirtschaft und im Sport nichts verloren hätte, wurde Lauda gefragt. Natürlich sei Emotion auch wichtig, betonte Lauda. Und nicht nur Wirtschaftliches war Thema, auch der Rücktritt von Formel-1-Weltmeister Niki Rosberg. „Dass er, nachdem er einmal Weltmeister wird, aufhören könnte, hatte ich nicht vorhergesehen“, sagt Lauda. Dass Rosberg nun lieber Windeln wechsle, als seinen Titel zu verteidigen, ist für ihn unverständlich.