Trump als US-Präsident vereidigt: „Amerika absolut unaufhaltbar“

Auf den Stufen des Kapitols hielt Donald Trump seine erste Rede als 45. Präsident der Vereinigten Staaten. Diese war von altbekannten Slogans geprägt. Am Rande des Amtseinführung kam es zu heftigen Protesten.

Der neue US-Präsident, Donald Trump, bei seiner Vereidigung.
© REUTERS

Washington - Der Immobilienmilliardär Donald Trump ist der 45. Präsident der USA. Der 70-Jährige legte am Freitag auf den Stufen des Kapitols in Washington seinen Amtseid ab und gab die Parole „Amerika zuerst“ aus: „Kauft amerikanisch, stellt amerikanisch ein“, sagte er vor hunderttausenden Zuhörern in seiner Antrittsrede. Der Rechtspopulist rief zu einem „neuen Nationalstolz“ auf, der „die Spaltungen heilen“ werde.

Im Beisein seiner Familie und zahlreicher Ehrengäste schwor Trump seinen Eid auf die Bibel von Abraham Lincoln und sprach den Amtseid. In seiner Antrittsrede dankte er zunächst seinem „großartigen“ Vorgänger Barack Obama - der Demokrat hatte acht Jahre lang an der Staatsspitze gestanden. Trump versprach, die herrschenden Eliten abzulösen und „die Macht von Washington an das Volk“ abzugeben.

Altbekannte Slogans in der Antrittsrede

„Von heute an wird eine neue Vision unser Land regieren“, kündigte Trump an. „Wir übergeben die Macht nicht nur von einer Regierung an die andere oder von einer Partei an die andere, sondern wir übergeben die Macht aus Washington DC. Und geben sie euch zurück, dem Volk.“

„Wir, das amerikanische Volk, sind nun vereint in einer großartigen nationalen Anstrengung, unser Land wieder aufzubauen und seine Versprechen für all unsere Bürger zu erneuern“, fügte Trump hinzu. „Gemeinsam werden wir für viele, viele Jahre den Kurs Amerikas und der Welt bestimmen. Wenn Amerika zusammenhält, ist Amerika absolut unaufhaltbar!“

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Trump gab die Parole aus, den USA stets Vorrang zu geben: „Von heute an heißt es nur Amerika zuerst“, rief er. „Gemeinsam werden wir Amerika wieder stark machen. Wir werden Amerika wieder wohlhabend machen. Wir werden Amerika wieder stolz machen. Wir werden Amerika wieder sicher machen“, sagte Trump. Zum Abschluss seiner Rede wiederholte er seinen Wahlkampfslogan: „Wir werden Amerika wieder großartig machen.“

Trump will „islamischen Terrorismus auslöschen“

An den 20. Jänner 2017 werde man sich als den Tag erinnern, „an dem die Bürger wieder die Regierenden dieses Landes wurden“. „Die vergessenen Männer und Frauen unseres Landes werden nicht mehr vergessen sein. Alle hören euch jetzt zu.“

Mit Blick auf die Außenpolitik versprach Trump in seiner rund 15-minütigen Antrittsrede, er wolle „alte Bündnisse wiederbeleben“ und „neue Bündnisse schmieden“. „Wir werden die zivilisierte Welt vereinen gegen den radikalen islamischen Terrorismus, den wir komplett von der Erdoberfläche auslöschen werden“, fügte er hinzu.

Obamas flogen in den Urlaub

Obama und seine Ehefrau Michelle hatten das Ehepaar Trump vor der Vereidigung im Weißen Haus empfangen. Anschließend fuhren der scheidende und der künftige Präsident gemeinsam in einer Limousine zum Kapitol, ebenso wie die scheidende und die künftige First Lady. Gleich nach der Vereidigungszeremonie stiegen Barack und Michelle Obama in einen Armeehubschrauber und ließen sich zu einem Luftwaffenstützpunkt außerhalb Washingtons fliegen. Von dort wollten sie zu einem Familienurlaub nach Kalifornien reisen.

Unter den Ehrengästen der Zeremonie waren auch die früheren US-Präsidenten George W. Bush und Bill Clinton mit ihren Ehefrauen. Hillary Clinton war Trumps Kontrahentin bei der Präsidentschaftswahl und unterlag bei den Wahlen, obwohl sie mehr Stimmen erhielt, da Trump mehr Wahlleute errang.

Gewaltsame Proteste

Am Rande der Vereidigungszeremonie gab es in Washington gewaltsame Proteste. Mehrere hundert Demonstranten zogen randalierend durch das Zentrum der US-Hauptstadt. Die Polizei setzte Tränengas ein. Für Samstag wurden Hunderttausende von Anti-Trump-Demonstranten zu einem Protestmarsch in Washington erwartet.

Trump ist zu seinem Amtsantritt einer der umstrittensten Präsidenten der US-Geschichte. Seine Zustimmungswerte in den Umfragen sind niedrig. Als sein Vizepräsident trat am Freitag Mike Pence sein Amt an, der vor Trump vereidigt wurde. (APA/AFP)


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