Terror-Prozess gegen jungen Wiener, der in Syrien kämpfen wollte 1

Wien (APA) - Wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung hat sich am Montag ein 23-jähriger Mann im Wiener Landesgericht für S...

Wien (APA) - Wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung hat sich am Montag ein 23-jähriger Mann im Wiener Landesgericht für Strafsachen verantworten müssen. Der Angeklagte wurde am 23. Juli 2016 von den türkischen Behörden in der an der syrischen Grenze gelegenen Stadt Antakya aufgegriffen und nach Österreich abgeschoben. Laut Anklage wollte er sich in Syrien an Kampfhandlungen beteiligen.

Konkret soll der 23-Jährige die Absicht gehabt haben, sich der radikalislamistischen Jabhat Fatah al-Sham anzuschließen, die früher als Nusra-Front bekannt war. Der Angeklagte behauptete demgegenüber, er hätte sich keineswegs kriegerisch betätigen wollen: „Ich wollte dort Menschen in Not helfen. Humanitäre Hilfe leisten, ihnen Sachen geben, Essen, Kleidung.“

Der junge Mann wurde allerdings von einem früheren guten Freund belastet, der im Zeugenstand seine polizeilichen Angaben bestätigte, denen zufolge der 23-Jährige vor seiner Abreise angekündigt haben soll, er werde in Syrien kämpfen. Der engste Freund des Angeklagten war bereits Ende Mai 2016 nach Syrien aufgebrochen - im Unterschied zum Angeklagten hat er nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes das Kriegsgebiet auch erreicht und bei einer Terror-Miliz eine Kampfhandlung durchlaufen. Er soll in weiterer Folge von Syrien aus den 23-Jährigen über WhatsApp kontaktiert und ihn aufgefordert haben, sich ebenfalls auf den Weg zu machen.

Die Verhandlung fand unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen statt. Bewaffnete Polizisten hatten sich vor dem Gerichtssaal postiert, im Saal selbst überwachten mehrere Wega-Beamte das Geschehen.

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