Pläne für Ausscheiden von japanischem Kaiser aus Amt werden präziser

Tokio (APA/AFP) - Der japanische Kaiser Akihito könnte möglicherweise mit Hilfe einer einmaligen Sonderregelung aus seinem Amt scheiden. Die...

Tokio (APA/AFP) - Der japanische Kaiser Akihito könnte möglicherweise mit Hilfe einer einmaligen Sonderregelung aus seinem Amt scheiden. Diese Möglichkeit ist in einer Reihe von Vorschlägen enthalten, die ein von der Regierung in Tokio eingesetzter Ausschuss am Montag veröffentlichte.

Das Expertengremium soll im März eine abschließende Empfehlung abgeben, auf welche Weise der 83-jährige Monarch seinem Wunsch entsprechend abdanken kann. Akihito leidet seit Jahren unter schweren gesundheitlichen Problemen, unter anderem musste er sich Eingriffen an seinem Herzen und einer Behandlung wegen Prostatakrebses unterziehen. Im vergangenen Sommer deutete er die Möglichkeit eines Rücktritts an. In der japanischen Verfassung ist ein Rücktritt des Tenno aber nicht vorgesehen.

Japan ist die älteste Erbmonarchie der Welt, bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Tenno wie ein Halbgott verehrt. Seit Inkrafttreten der Nachkriegsverfassung aber hat er keinen Einfluss mehr auf die Politik, sondern gilt als „Symbol des Staates“. Der letzte Rücktritt eines japanischen Kaisers liegt fast 200 Jahre zurück.

Akihito gelangte 1989 nach dem Tod seines Vaters Hirohito auf den Chrysanthemen-Thron. Laut japanischen Medienberichten könnte Akihito am 1. Jänner 2019 zugunsten seines ältesten Sohns Naruhito abdanken. Ministerpräsident Shinzo Abe erklärte am Montag, es handle sich um eine „ernste Angelegenheit“, die „sorgfältig diskutiert“ werden müsse.

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In Betracht gezogen wird von den sechs beauftragten Experten auch eine Gesetzesänderung, die generell die Möglichkeit einer Abdankung des Monarchen vorsieht. Die oppositionelle Demokratische Partei strebt eine grundsätzliche Änderung der Rechtslage an.


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