Alles Pop: Musikjournalist Hofacker nimmt das Jahr 1967 in den Fokus

Berlin (APA/dpa) - Vor knapp fünf Jahren hat sich der Münchner Musikjournalist Ernst Hofacker mit der Entwicklung der populären Musik „Von E...

Berlin (APA/dpa) - Vor knapp fünf Jahren hat sich der Münchner Musikjournalist Ernst Hofacker mit der Entwicklung der populären Musik „Von Edison bis Elvis“ beschäftigt. Nun steht aber der „Summer of Love“ im Mittelpunkt, oder besser gesagt: ein einziges Jahr dieser legendären Zeit. In seinem neuen Buch „1967 - Als Pop unsere Welt für immer veränderte“ begegnet man etlichen großen Namen des Musikgeschehens.

So etwa den Beatles: Ihre Platte „Sgt. Pepper‘s Lonely Hearts Club Band“ wird dieses Jahr 50. Die Konzept-LP der Band ist offiziell am 1. Juni 1967 in Großbritannien auf den Markt gekommen und wurde seinerzeit mit vier Grammys dekoriert, die US-Musikzeitschrift „Rolling Stone“ hat es 2003 an die Spitze der 500 wichtigsten Alben aller Zeiten gewählt. Warum aber waren die Fab Four aus Liverpool im Juni 1967 nicht beim International Pop Festival im kalifornischen Küstenstädtchen Monterey dabei? Schließlich waren sie längst Topstars in den USA, während ihre Landsleute von der Band The Who etwa, die auftraten, noch unbekannt waren. Es gibt mehrere Gründe, und Hofacker kann die Frage - und nicht nur die - beantworten.

Tatsächlich hat sich damals unter dem weit ausgebreiteten, luftigen Sommermäntelchen von „Love & Peace“ eine Zeitenwende vollzogen, die die jugendliche Gegenkultur vor dem Hintergrund von Vietnam und Bürgerrechtsbewegung kräftig befeuert hat - und die schon bald im Mainstream aufgehen sollte. Darüber ist schon viel geschrieben worden. Doch Hofacker arbeitet die Ereignisse des Jahres 1967, das Davor und das Danach, nicht chronologisch auf. Er nimmt die Leser vielmehr mit auf einen Pop-Trip von der Westküste in den Süden sowie Osten der USA und weiter über den Atlantik bis nach England und West-Deutschland. Auf dieser Reise in die Vergangenheit trifft er selbstredend die eine oder andere Musik-Ikone, die Generationen von Jugendlichen durch ihr Leben begleitet hat.

Die identitätsstiftende Kraft von Pop mag inzwischen bei Heranwachsenden in den Hintergrund gerückt zu sein, etliche Leitfiguren von damals - ob Jimi Hendrix oder Janis Joplin, Bob Dylan oder die Rolling Stones - sind es bis in die Gegenwart geblieben, ebenso die Gitarre und der Backbeat, wie der Autor anführt. Hofackers großes Verdienst ist es, in Tiefe und Breite recherchiert, mit manchen Mythen aufgeräumt zu haben und gut lesbar zu erklären, wie alles mit allem zusammenhängt. Ihm ist eine Gesamtschau gelungen, die so bisher gefehlt hat.

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(S E R V I C E - Ernst Hofacker: „1967 - Als Pop unsere Welt für immer veränderte“, Reclam, 272 S., 36 Euro)


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