Europas Leitbörsen tendieren im Verlauf etwas höher

Frankfurt am Main (APA) - Europas wichtigste Aktienmärkte haben sich heute, Dienstag, nach einer anfänglichen Stehpartie bis kurz vor Mittag...

Frankfurt am Main (APA) - Europas wichtigste Aktienmärkte haben sich heute, Dienstag, nach einer anfänglichen Stehpartie bis kurz vor Mittag leicht ins Plus vorgewagt. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 9,12 Einheiten oder 0,28 Prozent auf 3.282,16 Punkte.

Der DAX in Frankfurt notierte gegen 11.50 Uhr mit 11.581,12 Punkten und plus 35,37 Einheiten oder 0,31 Prozent. Der FTSE-100 der Börse London gewann 21,37 Zähler oder 0,30 Prozent und steht nun bei 7.172,55 Stellen.

Eingangs hemmten laut Marktteilnehmern die protektionistischen Maßnahmen des neuen US-Präsidenten Donald Trump die europäischen Handelsplätze. Die Vorgaben von den New Yorker und Tokioter Indizes waren unter dem Eindruck wankender Freihandelsabkommen negativ.

Doch im Handelsverlauf tasteten sich die Börsen in Europa zaghaft ins Plus vor. In Großbritannien setzte es einen Dämpfer für die konservative Regierung, die das EU-Referendum und damit den Brexit angezettelt hatte. Das höchste britische Gericht (Supreme Court) hatte entschieden, dass die Regierung die Zustimmung des Parlaments einholen muss, bevor sie den EU-Austritt Großbritanniens einleitet. Dennoch will die Regierung rund um Premierministerin Theresa May an ihrem Zeitplan für den EU-Austritt festhalten.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Das britische Pfund Sterling schwächelte jedenfalls nach dem Urteil und notierte zuletzt bei 1,2476 Dollar. Dem Londoner FTSE-100 verhalf das diesmal jedoch nicht zu größeren Kurssprüngen, nachdem er am Vortag seine gesamten Gewinne aus dem noch jungen Jahr 2017 eingebüßt hatte.

Unterdessen hat die Unternehmensstimmung der Eurozone einen unerwarteten Rückschlag erlitten. Der Einkaufsmanagerindex von Industrie und Dienstleistern fiel im Jänner um 0,1 Punkte auf 54,3 Punkte, Volkswirte hatten einen weiteren Anstieg auf 54,5 Punkte erwartet.

An der Londoner Börse rückte zudem die BT Group in den Fokus: Die Aktien des Telekomkonzerns brachen um 17,57 Prozent auf 315,30 Pence ein. Denn der Bilanzskandal bei der italienischen Konzerntochter hat weit größere Ausmaße als gedacht. BT bezifferte den Abschreibungsbedarf auf nun 530 Mio. britische Pfund.

Auch für Philips-Aktien setzte es ein Minus von 1,87 Prozent. Der niederländische Elektronikkonzern hat im vierten Quartal seinen operativen Gewinn um rund 19 Prozent auf bereinigt eine Milliarde Euro gesteigert. Der Umsatz kletterte um drei Prozent auf 7,24 Milliarden Euro. Analysten hatten allerdings ein etwas höheres Ergebnis erwartet.

Die Papiere der Deutschen Bank zeigten sich hingegen trotz neuerlichem juristischen Ungemach mit plus 1,15 Prozent höher. Im Streit über hypothekenbesicherte Wertpapiere (MBS) muss sich das Geldhaus in den USA auf eine Sammelklage von Investoren wie Blackrock und Pimco einstellen. Ein Bezirksrichter in Manhattan ließ am Montag mehrere Klagepunkte zu. Die Klage wurde damit zwar eingeengt, aber nicht - wie von der Deutschen Bank beantragt - komplett zurückgewiesen.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA194 2017-01-24/11:55


Kommentieren