Bücherfrühling: Von Ferrante über Eco und Boyle bis Gaarder

Berlin (APA/dpa) - Terranauten, ein rosaroter Elefant und die Freundinnen Lila und Elena tummeln sich im Frühjahr auf dem internationalen Bu...

Berlin (APA/dpa) - Terranauten, ein rosaroter Elefant und die Freundinnen Lila und Elena tummeln sich im Frühjahr auf dem internationalen Buchmarkt. Das sind aber nur einige Protagonisten im weiten Feld der Neuerscheinungen abseits des heimischen Marktes.

Was haben Martin Walser und Elena Ferrante gemeinsam? Ihre Romane eröffnen den Bücherfrühling 2017, und der hat schon im Jänner begonnen. Vom Nestor der deutschen Literatur, der im März 90 Jahre alt wird, erschien gleich zu Beginn des neuen Jahres der Roman „Statt etwas oder Der letzte Rank“ bei Rowohlt.

Der zweite Teil der weltweit erfolgreichen neapolitanischen Saga der geheimnisumwitterten Italienerin Elena Ferrante („Meine geniale Freundin“) kam ebenfalls im Jänner auf den deutschsprachigen Büchermarkt. In „Die Geschichte eines neuen Namens“ geht es wieder um die Freundinnen Lila und Elena, die inzwischen 16 Jahre alt sind. Ebenso wie der italienische Hausverlag wollte auch Suhrkamp die Enthüllungen eines Journalisten nicht kommentieren, hinter Ferrante verberge sich die Übersetzerin Anita Raja. Auch der dritte Teil soll noch in diesem Jahr herauskommen.

Als philosophischen Schelmenroman kündigt Hanser Jostein Gaarders Buch „Ein treuer Freund“ an. Vielleicht gelingt es dem Norweger, an seinen Welterfolg „Sofies Welt“ anzuknüpfen. Ebenfalls bei Hanser berührt T.C. Boyle „die großen Fragen der Menschheit“. In „Die Terranauten“ des US-Amerikaners unternehmen Wissenschaftler in einem geschlossenen Ökosystem in den 90er Jahren in den USA den Versuch, Leben nachzubilden. Von seinem Landsmann Paul Auster erscheint bei Rowohlt „4321“ als „vier Variationen eines Lebens“. Für den Verlag ein Höhepunkt in Austers Schaffen.

Ebenfalls mit den unheimlichen Möglichkeiten der Wissenschaft beschäftigt sich ein guter Bekannter mit Bestsellerqualitäten. Zu Jahresbeginn erschien bei Diogenes der Thriller „Elefant“ von Martin Suter. Der kleine rosarote Elefant sei ein Wesen, das die Menschen verzaubert, „woher er kommt, weiß nur ein Genforscher“.

Auch Thomas Brussig meldet sich zurück. In seinem Roman „Beste Absichten“ bleibt er seinem Sujet treu und beschäftigt sich mit der DDR. Bei Fischer heißt es: „Ein kleiner Wenderoman über den größten Moment im Leben.“

Die Krimifreunde treffen wieder alte Bekannte - selbstverständlich auch an den gängigen Schauplätzen Venedig und im Périgord. Donna Leon lässt Commissario Brunetti in „Stille Wasser“ seinen 26. Fall lösen. Bruno, Chef de police, wird in „Grand Prix“ von Martin Walker (ebenfalls Diogenes) mit seinem neunten Fall betraut.

Posthum werden der Italiener Umberto Eco (1932-1916) und der Ungar Peter Esterhazy (1950-2016) mit Neuerscheinungen auf dem deutschen Markt geehrt. „Pape Satàn“ von Eco mit dem Untertitel „Chroniken einer flüssigen Gesellschaft oder Die Kunst, diese Welt zu ertragen“ ist nach Angaben von Hanser ein letztes Geschenk an seine Leser. Von Esterhazy, der an Krebs gestorben ist, erscheint im selben Verlag dessen „Bauspeicheldrüsentagebuch“.

Aber wird es in dem schier unüberschaubaren Buchmarkt in diesem Jahr mal wieder einen ultimativen und gewinnbringenden Bestseller geben? Die Verlage sind immer für Überraschungen gut - vielleicht kurz vor den diesjährigen Buchmessen im März in Leipzig und im Oktober in Frankfurt. Oder wird die Britin Joanne Kathleen Rowling wieder aushelfen mit einem neuen Harry Potter?


Kommentieren