Finanzanalysten optimistischer für Schweizer Konjunktur

Zürich (APA/sda) - Die Finanzanalystengemeinde zeigt sich optimistischer für die Schweizer Konjunktur. Die Erwartungen sind zum fünften Mal ...

Zürich (APA/sda) - Die Finanzanalystengemeinde zeigt sich optimistischer für die Schweizer Konjunktur. Die Erwartungen sind zum fünften Mal hintereinander gestiegen, wie die Credit Suisse in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband CFA Society Switzerland festgestellt hat.

Dies ist der Abnahme der Pessimisten zu verdanken. Nur noch 3,7 Prozent der im Jänner befragten 27 Analysten rechnen mit einer schlechteren Konjunktur, wie die Credit Suisse am Mittwoch in einer Aussendung bekannt gab. Im Dezember waren es noch 9,7 Prozent gewesen.

Damit übertreffen die Optimisten die Pessimisten um 18,5 Prozentpunkte. Das ist der größte Saldo seit dem vergangenen Juni. Beinahe drei Viertel der Finanzanalysten erwarten indes keine Veränderung der Konjunkturlage.

Massiv zugenommen hat der Optimismus für die Börsen im Monat der Amtsübernahme des neuen US-Präsidenten Donald Trump. Sowohl in der Schweiz als auch in der Eurozone und in den USA dürften die Aktiennotierungen nach Ansicht rund 70 Prozent der Finanzanalysten in den kommenden sechs Monaten steigen.

In allen drei Fällen rechnen nur knapp 10 Prozent mit fallenden Aktienkursen. So überwiegen für die Schweiz im Jänner die Optimisten die Pessimisten um 60,9 Punkte. Das verheißt nichts Gutes.

Denn in der Vergangenheit folgten auf so hohe Werte oftmals sinkende Kurse. Konkret tauchte das Schweizer Börsenbarometer SMI in vier von sieben Fällen im folgenden halben Jahr, nachdem der Umfragesaldo auf mehr als 60 Punkte gestiegen war.

„Ein besonders starker Konsens für steigende Kurse deutet demnach nicht zwingend auf einen guten Einstiegszeitpunkt für Aktienkäufer hin“, schrieb die Credit Suisse.

Der Umkehrschluss gelte jedoch nicht: Auf besonders niedrige Aktienkurserwartungen folgten in der Vergangenheit auch tatsächlich fallende Aktienkurse.

Die Credit Suisse hat die monatliche Erhebung erstmals mit ihrem neuen Partner CFA Society Switzerland durchgeführt. Der bisherige Partner, das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim, habe die Zusammenarbeit gekündigt, sagte CS-Ökonom Lukas Gehrig auf Anfrage.

Der Großteil der bisherigen Stichproben konnte aber übernommen werden. Die Vergleichbarkeit der Zahlenreihen sei also gewährleistet, hieß es.


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