IWF-Bericht fordert höhere Inflation in Deutschland

Die EZB strebt knapp 2 Prozent Teuerung als Idealwert für die Wirtschaft an. In Deutschland zogen die Verbraucherpreise im Schlussmonat 2016 auf 1,7 Prozent an.

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Brüssel - Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert in einem Bericht eine Inflation in Deutschland von über 2 Prozent. „Für eine anhaltende Erholung der Inflation in der Eurozone müssen manche Länder eine Inflation über dem mittelfristigen Ziel der Europäischen Zentralbank von "unter, aber nahe zwei Prozent' haben", heißt es in einem Bericht des Fonds zur Eurozone, der Reuters vorlag.

Dies gelte für Länder, in denen die Produktionslücke größtenteils geschlossen sei, wie es in Deutschland der Fall sei.

Die Produktionslücke beschreibt die Differenz zwischen dem tatsächlichen Ausstoß einer Volkswirtschaft und ihrem Potenzial. Die Inflation in der Eurozone lag zum Jahresende bei 1,1 Prozent. Die EZB strebt knapp 2 Prozent Teuerung als Idealwert für die Wirtschaft an. In Deutschland zogen die Verbraucherpreise im Schlussmonat 2016 auf 1,7 Prozent an. Die Bundesbank geht in ihrem jüngsten Monatsbericht davon aus, dass die Rate im Jänner erstmals seit 2012 wieder über der Schwelle von zwei Prozent liegen wird.

Der IWF-Bericht wies zudem darauf hin, dass es wichtig für die Euro-Länder sei, sich für die Normalisierung der Geldpolitik in den USA zu wappnen. Die EZB sollte ihre Maßnahmen der niedrigen Zinsen und losen Geldpolitik zugleich beibehalten.

Der Fonds warnte davor, dass die Eurozone ohne eine stärkere Angleichung der wirtschaftlichen Bedingungen wahrscheinlich vor weiteren Situationen der Instabilität stehe. Eine höhere Binnennachfrage in Deutschland und den Niederlanden würden helfen, die dortigen übermäßigen Leistungsüberschüsse abzubauen. Den Stabilitäts- und Wachstumspakt der Eurozone kritisierte der IWF als „zu komplex". (APA, Reuters)


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