„Trump-Rally“ soll Vermögensverwaltung der UBS antreiben

Zürich (APA/Reuters) - Die Schweizer Großbank UBS hofft mit einer „Trump-Rally“ in den USA ihre schwächelnde Vermögensverwaltung wiederzubel...

Zürich (APA/Reuters) - Die Schweizer Großbank UBS hofft mit einer „Trump-Rally“ in den USA ihre schwächelnde Vermögensverwaltung wiederzubeleben. Nach den US-Wahlen seien viele der dortigen Kunden „deutlich optimistischer was die Wirtschaft und die Märkte anbelangt“ und dürften mehr investieren, sagte Bankchef Sergio Ermotti am Freitag.

Zudem erhofft er sich Rückenwind durch die steigenden Zinsen in der weltgrößten Volkswirtschaft. Allerdings bleibt abzuwarten, ob die positiven Vorzeichen aus den USA auf den Rest des Vermögensverwaltungsgeschäfts überschwappen: Denn dort zogen Kunden zuletzt Milliarden ab und die Erträge schrumpften auf neue Tiefstände. An der Börse gab die Aktie um mehr als drei Prozent nach.

Auch im vergangenen Jahr bekam die größte Schweizer Bank die schwächere Entwicklung in der Vermögensverwaltung und geringere Erträge in der Investmentbank zu spüren: Der Gewinn brach um rund die Hälfte auf 3,3 Mrd. Franken (3,1 Mrd. Euro) ein. Grund hierfür war auch ein positiver Steuereffekt im Jahr 2015, der sich so nicht mehr wiederholte. Die Aktionäre sollen für 2016 eine unveränderte Dividende von 60 Rappen erhalten. Im Jahr davor hatte die Bank zusätzlich 25 Rappen je Aktie als Sonderdividende ausgeschüttet.

Trotz des Gewinneinbruchs dürfte die UBS damit deutlich besser abgeschnitten haben als Deutsche Bank und Credit Suisse. Sie legen ihre Jahresbilanzen erst im Februar vor. Für beide Institute erwarten Experten wegen milliardenschwerer Strafzahlungen wegen Tricksereien am US-Immobilienmarkt hohe Verluste. Bei der UBS ist dieser Rechtsfall noch offen. Die Rückstellungen für sämtliche Verfahren am US-Immobilienmarkt beließ das Institut weitgehend unverändert bei 1,4 Mrd. Dollar (1,3 Mrd. Euro).

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Für Enttäuschung sorgte laut Analysten insbesondere das Kerngeschäft. „Die Entwicklung in der Vermögensverwaltung ist besorgniserregend“, erklärten die Citi-Experten. In den beiden Vermögensverwaltungssparten zogen Kunden im vierten Quartal umgerechnet 5,4 Mrd. Franken ab. Denn in Asien und einigen Schwellenländern haben die Finanzbehörden Steuerflüchtlingen den Kampf angesagt - ähnlich wie zuletzt in Europa. Rasche Besserung ist nicht in Sicht: Auch im laufenden Jahr dürfte das Wachstum der Neugelder wegen des Abzugs von unversteuerten Geldern am unteren Ende des Zielbands von drei bis fünf Prozent liegen, sagte Finanzchef Kirt Gardner. Erst 2018 sei mit geringeren Abflüssen zu rechnen.

Im Vermögensverwaltungsgeschäft außerhalb Nordamerikas macht der UBS zudem die anhaltende Zurückhaltung der Kunden zu schaffen. Millionäre und Milliardäre auf der ganzen Welt sind verunsichert und halten große Teile ihres Gelds in bar. Doch die Bank verdient nur richtig Geld, wenn die Kunden handeln. Die Flaute spiegelt sich in den Bruttomargen wider, die im vierten Quartal weiter schrumpften.

Einen Lichtblick gibt es hingegen im separat geführten Vermögensverwaltungsgeschäft in Amerika: Dort zog der Gewinn kräftig an - unter anderem dank der steigenden Zinsen und einer wachsenden Zuversicht der zuletzt zurückhaltenden Kunden nach den Präsidentschaftswahlen. Auch andere Privatbanken wie Julius Bär erhoffen sich dadurch gute Geschäfte. An der Börse trieb die Hoffnung auf einen Wirtschaftsboom unter dem neuen US-Präsidenten Donald Trump den Dow-Jones-Index am Mittwoch erstmals über die psychologisch wichtige Marke von 20.000 Punkten.

Auch in der Investmentbank legte die UBS im Schlussquartal stärker zu als von vielen erwartet. Zwar profitierte das Institut nicht wie die US-Rivalen Goldman Sachs, JP Morgan oder Citigroup von einem boomenden Anleihenhandel. Dort ist die Schweizer Bank schwächer vertreten. Das kompensierte sie aber mit Zuwächsen im Aktienhandel.

~ ISIN CH0247704312 WEB http://www.ubs.com ~ APA221 2017-01-27/11:47


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