Moby fordert Hofer auf, Rassismus und Xenophobie abzuschwören

Nach der Kritik Norbert Hofers an einem Song bzw. Video von Moby wandte sich der Musiker per Facebook direkt an den Dritten Nationalratspräsidenten.

Moby zeigt in dem Video neben Hofer weitere Rechtspopulisten wie Nigel Farage (UKIP), Marine Le Pen (Front National) oder Frauke Petry (AfD).
© Screenshot/Youtube

Wien - Der Musiker Moby wendet sich in einem aktuellen Facebook-Posting an den Dritten Nationalratspräsidenten und gescheiterten FPÖ-Bundespräsidentenkandidat Norbert Hofer. Darin entschuldigte er sich, Hofer mit seinem Video zum Song „Erupt & Matter" verärgert zu haben. Moby meinte jedoch, er würde den Politiker aus dem Clip entfernen, wenn dieser Rassismus und Fremdenfeindlichkeit abschwört.

Richard Melville, wie der Musiker und Nachfahre des Autors des Seefahrer-Romans „Moby Dick", Herman Melville, bürgerlich heißt, warnt in seinem aktuellen Song vor Diktatoren und Rechtspopulisten. Neben Recep Tayyip Erdogan, Donald Trump oder Marine Le Pen ist im dazugehörigen Video auch Hofer zu sehen.

Dieser hatte darauf bereits auf Facebook reagiert und erklärt: „Ich lasse mich auch davon keinen Millimeter von meinem Weg für Österreich abbringen. Der Bundespräsidentenwahlkampf mit all seinen Unwahrheiten und Angriffen hat in mir den festen Willen geweckt, meinen Weg der Vernunft unbeirrt weiterzugehen." Nun meldete sich Moby auf seiner Seite zu Wort und erklärte Richtung Hofer, es tue ihm leid, sollte er diesen verärgert haben. Allerdings betonte er weiters: „Was mich wirklich ärgert und mir (und zahlreichen anderen) Kummer bereitet, ist das Abrutschen in eine fremdenfeindliche rechte Politik und Populismus im 21. Jahrhundert."

Man habe im 20. Jahrhundert den Aufstieg und Zusammenbruch einer politischen Bewegung gesehen, die von einer weit rechts stehenden Ideologie geprägt war. Moby meinte, er habe am Ende des Jahrhunderts „naiv angenommen", dass die Menschheit aus den Fehlern gelernt und dies zurückgelassen habe. „Leider lag ich falsch", so der Musiker. Er verstehe, dass die Veränderungen und Herausforderungen Angst und Unsicherheiten verursachen.

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Es sei jedoch „zynisch", darauf zu reagieren, indem man etwa ethnische Minderheiten dafür verantwortlich macht. An Hofer gerichtet, erklärte Moby abschließend, er würde sein Bild gerne aus dem Video entfernen, wenn dieser der fremdenfeindlichen Politik abschwört.

Hofer reagierte umgehend

Nobert Hofer hat am Freitag umgehend auf das Posting von Moby reagiert. Ebenfalls auf Facebook zeigte sich der unterlegene Bundespräsidentschaftskandidat erfreut über den "offenen Diskurs" und betonte, er lehne eine Politik, die Menschen etwa aufgrund ihrer Herkunft oder Religion diskriminiere, ab. Auch empfahl er, das FPÖ-Parteiprogramm zu lesen.

"Einen Menschen muss man anhand seiner Taten bewerten. Ich hoffe, dass Sie die Zeit finden, das Freiheitliche Parteiprogramm - das die "Freiheit" an die oberste Stelle stellt - zu lesen, um sich ein Bild über meine Weltanschauung machen zu können", erklärte Hofer auf seiner Facebook-Seite. In seiner Antwort an den Musiker - den er mit "Sehr geehrter Herr Richard Melville Hall, lieber Moby!" ansprach - meinte er weiters, jeder der ihn kenne, werde versichern, dass "ich weder Rassist bin noch in irgendeiner Weise zu Extremismus neige". (APA)


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