US-Forscher erschaffen Mischwesen aus Mensch und Schwein

Verwendung finden könnte diese Technik in Zukunft vor allem in der Nachzucht von menschlichen Organen.

Symbolfoto.
© APA/dpa-Zentralbild

Innsbruck — Ob Sphinx von Gizeh oder der rund 30.000 Jahre alte Löwenmensch aus dem Hohlenstein-Stadel im deutschen Lohnetal: Mischwesen aus Mensch und Tier beschäftigen die Menschheit seit ihren Anfängen. Bis jetzt waren diese Mischwesen, auch Chimären genannt, ausschließlich im künstlerischen Bereich zu finden. US-amerikanischen Forschern ist es nun aber gelungen, erstmals auch in Wirklichkeit eine Mischform aus Mensch und Tier zu "züchten".

2500 Chimären in Wirtstiere eingepflanzt

Ein Team um den Forscher Juan Carlos Izpisua Belmonte vom Salk Institute im kalifornischen La Jolla berichtet im renommierten Fachblatt Cell, dass es ihnen gelungen sei, erstmals eine Chimäre aus Mensch und Schwein zu schaffen. Keine lebende, sondern chimäre Embryos, die bei einem Experiment im Körper einer Sau herangezüchtet wurden. Nach vier Wochen wurde der Versuch abgebrochen.

Die Verwendung von Stammzellen hätten das Mischwesen möglich gemacht, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Gut 2500 Mensch-Schwein-Chimären seien im Labor erzeugt und in ein Wirtstier eingepflanzt worden. Zwar hätten sich nur einige wenige auch wirklich entwickelt, der Versuch sei dennoch als Erfolg zu werten.

Defekte Organe könnten "nachgezüchtet" werden

Nutzen ließe sich diese Technik, sofern sie ausgereifter ist, in Zukunft vor allem im Bereich der Organ-Nachzucht. Sozusagen nach Bedarf könnten defekte Organe wie Lunge, Herz oder Niere in einem Schwein nachgezüchtet und beim Patienten eingepflanzt werden.

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Lebende Mischwesen aus Mensch und Schwein oder anderen Tieren dürfte es übrigens auch in ferner Zukunft nicht geben. In den meisten Ländern der Welt sind solche Versuche nämlich per Gesetz verboten. (TT.com, bfk)


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