NEOS: Strolz warb um seine Wiederwahl

Wien (APA) - NEOS-Obmann Matthias Strolz hat bei der Mitgliederversammlung am Samstag in Wien noch einmal um seine Wiederwahl geworben. Dabe...

Wien (APA) - NEOS-Obmann Matthias Strolz hat bei der Mitgliederversammlung am Samstag in Wien noch einmal um seine Wiederwahl geworben. Dabei zog er noch einmal Bilanz über die Jahre seit der Parteigründung und beschwor den Geist der „Bürgerbewegung“. Scharf ins Gericht ging er ein weiteres Mal mit manchen Landeshauptleuten und der Großen Koalition.

„Wer hätte vor vier Jahren gedacht, dass wir das, was wir geschafft haben, schaffen?“ Nach seinem Motivationsschreiben - „Ich habe eine kleine Diplomarbeit geschrieben“ - versuchte Strolz auch vor den versammelten NEOS-Mitgliedern im Kuppelsaal der alten Technischen Universität Wien, Stimmung für sich zu machen. Wobei die Bilanz erwartungsgemäß positiv ausfiel: Einzug in den Nationalrat, Einzug in mehrere Landtage und sogar einen pinken Bürgermeister könne man verbuchen.

Wobei die bisherigen Erfolge aber nur ein „Appetizer für diese Republik“ gewesen seien, versprach Strolz, denn: „Die Menschen haben gesehen, NEOS wirkt - und wir brauchen noch viel mehr Wirkung.“ Das Wachstum der Oppositionspartei sei allerdings kein „Selbstläufer“, wandte sich der Gründer an seine Anhänger. Darum suche man auch neue Allianzen, etwa mit der ehemaligen Präsidentschaftskandidatin Irmgard Griss, und baue Strukturen in den Ländern weiter aus.

Die Bundesländer waren es auch, womit der NEOS-Obmann als erstes ins Gericht ging. Dabei kritisierte er nicht nur den zurückgetretenen niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP), der Kritik an seiner Person sowie an seiner Stiftung nach wie vor nicht verstehe. Auch Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) bekam sein Fett ab. Die Aufforderung an ihn und Pröll lautete: „Geht‘s gemeinsam Fischen!“ Strolz forderte erneut eine Amtszeitbeschränkung.

Die regierende Koalition aus SPÖ und ÖVP wurde wiederum als „Tandem des Stillstands“ an die Wand projiziert - dessen Lenker in entgegengesetzte Richtungen zeigten. „Österreich versammelt sich seit Monaten am Krankenbett dieser dahinsiechenden Koalition“, kritisierte Strolz die derzeitige Performance der Regierung, wobei sich der NEOS-Chef selbstverständlich abermals bereit zeigte, Regierungsverantwortung zu übernehmen.

Dementsprechend motiviert beendete Strolz auch seine Rede mit „Vamos, liebe Freunde“. Ob seine mündliche Bewerbung etwas gebracht hat, soll sich am frühen Nachmittag zeigen, wenn das Ergebnis der Vorstandswahl vorliegt.


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