US-Flüchtlingsprogramm bot über Jahre 2,5 Millionen Menschen Zuflucht

Washington/Genf (APA/AFP) - Das US-Flüchtlingsprogramm, das Präsident Donald Trump für 120 Tage ausgesetzt hat, war über Jahre eines der gro...

Washington/Genf (APA/AFP) - Das US-Flüchtlingsprogramm, das Präsident Donald Trump für 120 Tage ausgesetzt hat, war über Jahre eines der großzügigsten Programme zur Aufnahme von Opfern bewaffneter Konflikte weltweit. Nach Angaben des Pew-Forschungsinstituts wurden über das Programm seit seiner Schaffung 1980 rund 2,5 Millionen Flüchtlinge in den USA aufgenommen.

2015 nahmen die USA allein 64 Prozent der Flüchtlinge auf, die das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) für eine Umsiedlung vorgeschlagen hatte. Im vergangenen US-Haushaltsjahr, das von Oktober 2015 bis Ende September 2016 ging, fanden unter Trumps Vorgänger Barack Obama insgesamt 84.994 Flüchtlinge aus aller Welt Zuflucht in den USA, darunter etwas mehr als 10.000 Syrer. Im laufenden Haushaltsjahr wurden bereits 25.671 Flüchtlinge aufgenommen, darunter allein 2.089 seit Trumps Amtseinführung am 20. Jänner.

Obama hatte ursprünglich das Ziel vorgegeben, im laufenden Haushaltsjahr bis Ende September 110.000 Flüchtlinge aufzunehmen und dafür rund 1,5 Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro) auszugeben. Nach dem Willen der neuen US-Regierung sollen es nun „nicht mehr als 50.000“ Flüchtlinge werden.

In seiner fast 40-jährigen Geschichte wurde das US-Flüchtlingsprogramm bisher nur einmal für drei Monate ausgesetzt: nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Bisher ist allerdings noch kein Flüchtling, der das Programm durchlaufen hat, wegen einer terroristischen Straftat verurteilt worden.

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~ WEB http://www.unhcr.org ~ APA131 2017-01-28/12:43


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