Öffi-Tarifreform: Aui, oi, ummi, ganz Tirol um 490 Euro

Für 490 Euro können künftig alle öffentlichen Verkehrsmittel in Tirol genutzt werden. Für 100 Euro weniger kann eine Region gebucht werden.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP, r.) und Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne, l.).
© Land Tirol/Ibele

Innsbruck – Für die schwarz-grüne Landesregierung war gestern ein „großer Tag“, wie es LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) sagte. Die Koalition hat sich auf eine Tarifreform bei den öffentlichen Verkehrsmitteln geeinigt. Ebendie bringt zwar nicht das angekündigte 365-Euro-Ticket, aber eines um 490 Euro. Letzteres gilt für alle Öffis, inklusive Innsbruck, quer durch ganz Tirol, das ganze Jahr. „Wir haben unterschiedliche Tarifklassen. Es gibt einen Sozialtarif oder jenen für Pensionisten, die weit unter den 365 Euro liegen“, erklärte Felipe. Die Grünen in Tirol hatten vor der Wahl das 365-Euro-Ticket selbst ins Rennen geschickt, die Bundes-Grünen fordern es für alle Bundesländer. Bis dato fährt man nur in Vorarlberg und in Wien um 365 Euro im Jahr. Finanzreferent Günther Platter (ÖVP) glaubt dennoch, dass die Öffi-Fahrer in Tirol „unterm Strich alle sehr zufrieden sein werden“. Elf Millionen Euro mehr stecke die Landesregierung in die Tarifreform, insgesamt würden 111 Millionen Euro für den öffentlichen Verkehr pro Jahr budgetiert. Das 365-Euro-Ticket hätte das Landesbudget noch stärker belastet.

Felipe und Platter glauben, dass noch mehr Tiroler auf Öffis umsteigen werden. Jahrestickets würden bis zu 75 Prozent billiger. Öffi-Fahren sei damit „leistbar“ geworden. Keine Änderung wird es bei den äußerst günstigen Seniorentickets geben. In Diskussion war, eine soziale Staffelung einzuführen. Das sei vom Tisch, erklärt Felipe. „Die Unterschiede zwischen den Tickets sind nicht mehr so groß. Deshalb wird die Diskussion abebben.“

Nicht nachgelassen hat die Kritik der Opposition. „Die Grünen haben ihr Wahlversprechen über Bord geworfen. Die Tiroler müssen noch länger auf das 365-Euro-Ticket warten“, kritisiert SPÖ-Verkehrssprecher Georg Dornauer. Das sehen auch die FPÖ und die Liste Fritz so. FPÖ-Chef Markus Abwerzger ortet in der Tarifreform „einen Tropfen auf den heißen Stein“. Die Landesregierung habe ihr Ziel verfehlt, meint Liste-Fritz-Klubobfrau Haselwanter-Schneider. (aheu)

Beispiele zur Tarifreform

Die Landesregierung rechnet in einer Aussendung Beispiele vor, die den Erfolg der Tarifreform illustrieren sollen.

Wer aus der Heimatgemeinde von LHStvin Ingrid Felipe nach Jenbach pendelt, musste demnach bisher 894 Euro im Jahr bezahlen. In Zukunft sei die Strecke Rum-Jenbach mit dem Tirolticket für 490 Euro um 404 Euro (45 Prozent) günstiger.

Wer aus der Heimatgemeinde von LH Günther Platter nach Telfs pendle, musste bisher 1.327 Euro im Jahr bezahlen. In Zukunft gäbe es die Strecke Zams-Telfs mit dem Tirolticket für 490 Euro, also um 837 (63 Prozent) Euro günstiger.

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