„Es gibt zu viele Vorurteile gegenüber Älteren“

Ältere sind von Arbeitslosigkeit besonders betroffen. Ein gelockerter Kündigungsschutz für Neuanstellungen plus eine Beschäftigungsoffensive sollen laut neuem Regierungsprogramm eine Trendwende bringen. Ob dies funktionieren könnte, ist strittig.

Nicht länger ein altes Eisen: Im neuen Regierungsplan heißt es, "Beschäftigungshemmnisse für Ältere" sollen wegfallen.
© iStock

Von Liane Pircher

Innsbruck — Noch im März soll im Ministerrat eine Lockerung des Kündigungsschutzes für über 50-Jährige fixiert werden. Gleichzeitig sieht der neue Regierungsplan eine Offensive vor (siehe Kasten). Ob deshalb künftig mehr Unternehmen Ältere anstellen werden, bleibt ein Fragezeichen: „Es ist ein Signal, aber deshalb werden Firmen nicht mehr über 50 anstellen", sagt etwa Bernhard Achtaz, Arbeitsrechtler der Wirtschafskammer Tirol. Dass es Ältere, wenn einmal aus dem Jobkarussell herausgefallen, schwerer haben, wieder reinzukommen, hat für Tirols AMS-Chef Anton Kern weniger mit bisher zu strengen Bestimmungen zu tun: „Am schwersten tun sich jene mit gesundheitlichen Einschränkungen und geringer Ausbildung, wieder einen Job zu finden. Das größere Problem ist, dass es oft zu viele Vorurteile gegenüber Älteren gibt — eines ist, dass sie zu teuer sind, das stimmt so nicht." Wie z. B. in Gemeinden im Zuge der neuen Offensive mehr Jobs für ältere Arbeitslose geschaffen werden sollen, weiß Kern auch noch nicht, nur so viel: „Es wird in allen Bundesländern mit je einem Pilotprojekt gestartet werden, auch in Tirol."

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