Widum Lueg wurde zum Denkmal erklärt

Von Reinhard Fellner...

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Kurz vor dem erneut eingeforderten Abbruch wurde das Widum Lueg zum Denkmal auf geschichtsträchtigem Boden erklärt.
© Kanzlei Holzmann

Von Reinhard Fellner

Gries a. Br, Innsbruck, Wien –Das Widum unweit der Lueg-Kapelle in Gries am Brenner sorgte in jüngster Zeit für zwei Lager im Dorf. Während die Gemeinde bereits 2012 den Abriss wegen Einsturzgefahr vorschrieb und im Gebäude lediglich ein „über 100 Jahre altes Wohnhaus“ sah, forderten geschichtlich Interessierte den Erhalt des Gebäudes.

Nachdem die Gemeinde Gries die Bezirkshauptmannschaft im Oktober nun nochmals zur Durchführung einer Ersatzvornahme des Abrisses aufgefordert hatte, wurde auch der neue Eigentümer des Widums aktiv. Über Rechtsanwalt Hermann Holzmann verlangte er den Erhalt des Hauses und versprach eine Sanierung. Schließlich sei geschichtlich erwiesen, dass die eigentliche Substanz der ehemaligen Zollstätte Lueg und der verbliebenen Gebäudeformation aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stamme. So seien Kapelle und Widum in ihrer Einheit geschichtsträchtiger Beleg der Landesentwicklung und des christlichen Lebens.

Nach einem Schreiben des Bundesdenkmalamtes und eines TT-Artikels Anfang Februar kam nun plötzlich Bewegung in die Patt-Stellung zwischen Abriss und Erhalt. So informierte Anwalt Holzmann für den Eigentümer, dass das Bundesdenkmalamt auf dem Grieser Grundstück nun die „Zollburg“, die Kapelle zu den Heiligen Christoph und Sigmund zu Lueg und eben das Widum unter Denkmalschutz gestellt hat. Auch das Denkmalamt spricht von einer „Substanz aus dem 15. Jahrhundert“. Das Widum sei „eines der wenigen im Kern aus der Spätgotik überlieferten Pfarrhäuser des Wipptales“. Gestern kam nun noch die Mitteilung des Landes an die Gemeinde, dass der beantragte Abbruch nunmehr unzulässig sei. Dagegen kann die Gemeinde nochmals berufen.


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