Alter Hof scheidet die Geister in Westendorf

Gegen die Unterschutz-Stellung des Obermanharthofs sprach sich der Gemeinderat aus. Die Pläne der Bürgermeisterin wurden eingebremst.

© Angerer Harald

Von Harald Angerer

Westendorf –Der Haussegen hängt derzeit schief im Westendorfer Gemeinderat. Nicht nur wegen der weiteren Vorgangsweise beim Alpenrosensaal sind sich die vier Fraktionen nicht einig, sondern auch beim alten Obermanharthof mitten im Ort. Der Besitzer möchte dort ein Apartmenthaus mit Tiefgarage errichten, doch die Bürgermeisterin Annemarie Plieseis (Wir) hat andere Pläne mit dem alten Hof. Er soll so erhalten bleiben, für die Weiternutzung gebe es auch schon Ideen und sogar schon Kontakte zu Ministerien. „Im Landhaus in Innsbruck wurde ich von einem Landtagsabgeordneten angesprochen, was wir dort vorhaben, denn er wurde vom Ministerium kontaktiert, ich konnte ihm aber nichts dazu sagen“, sagte Vizebürgermeister Peter Prichl (Aufwind).

Man würde nicht einmal im Gemeindevorstand informiert, kritisiert er. Plieseis argumentiert, dass es noch nichts Konkretes zu berichten gebe, bestätigte aber die Anfragen bei den Ministerien. „Ich habe mich nur erkundigt, wie es mit den Fördertöpfen aussieht“, sagt Plieseis. Zu behandeln galt es bei der jüngsten Sitzung nun aber eine Bitte des Denkmalamtes, der Gemeinderat solle eine Stellungnahme zu einer möglichen Unter-Schutz-Stellung des Hofes abgeben. „Das haben wir schon einmal gemacht und unsere Stellungnahme war klar negativ“, erklärt Gemeinderat Hans Steixner (Wirtschaft).

Man sei aber gezwungen, eine Stellungnahme abzugeben, betonte Bürgermeisterin Plieseis. Auslöser dafür sei ein Abrissansuchen des Besitzers. Da der Obermanharthof auf der Liste möglicher schützenswerter Objekte sei, habe man das Denkmalamt informieren müssen. Dieses hätte nun eben ein Gutachten erstellt, zu dem es nun diese Stellungnahme braucht.

Den zeitlichen Ablauf kritisiert GR Walter Leitner-Hölzl (AAB), er griff Plieseis scharf an. „Seit August des vergangenen Jahres hätten wir das behandeln können und jetzt muss es wieder schnell gehen. Du wolltest, dass der Hof stehen bleibt und jetzt stehen wir da“, sagt Leitner-Hölzl. Und Gemeinderat Josef Lenk (Wirtschaft) warf ein, dass ein Unter-Schutz-Stellen nichts bringen würde, wenn es die Besitzer nicht wollen. „Wenn die Besitzer den Hof dann verfallen lassen, haben wir auch nichts davon“, sagt Lenk. Und auch Leitner-Hölzl betonte, dass eine Lösung wenn, dann mit den Besitzern gesucht werden müsse.

„In anderen Gemeinden wird vorher mit den Besitzern und dem Bundesdenkmalamt gesprochen und versucht, eine Lösung zu finden“, sagt Leitner-Hölzl und Pieseis betont, dass es Gespräche mit dem Besitzer gegeben habe. Für GR Klaus Hölzl (AAB) liegen einfach zu wenig Informationen vor, um sich ein klares Bild machen zu können. Man wisse nichts Offizielles, was dort passieren soll. Für Plieseis ist das Gutachten aber Information genug und sie ließ abstimmen. Immerhin stimmten zwölf der 15 Gemeinderäte dafür, eine Stellungnahme abzugeben, bei zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme. Auch die Formulierung der Stellungnahme sorgte wieder für Diskussionen: Letztlich ging es aber darum, ob diese positiv, also Ja zum Denkmalschutz, oder negativ, Nein zum Denkmalschutz, ausfallen soll. Zehn Stimmen entfielen auf ein Nein gegen den Denkmalschutz, lediglich eine auf ein Ja. Es gab drei Enthaltungen, wovon eine von Plieseis selbst kam, die Nachbarin des Obermanharthofes ist. Ein Mandatar nahm an der Abstimmung nicht teil.


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