Scheinschwangerschaft: Das eingebildete Kind

Der Wunsch nach einem Kind kann in seltenen Fällen so weit gehen, dass Körper und Psyche den Frauen vorspielen, schwanger zu sein. Häufiger als eine Scheinschwangerschaft kommt in der Praxis das Phänomen der verdrängten Schwangerschaft vor.

Scheinschwangere Frauen haben häufig tatsächlich die typischen Schwangerschaftssymptome.
© iStock/KatarzynaBialasiewicz

In der Tierwelt ist eine Scheinmutterschaft keine Besonderheit, bei Menschen kommt eine Scheinschwangerschaft heute nur noch kaum bzw. ganz selten vor. „Dass Frauen monatelang glauben, sie seien schwanger, das sieht man heute nicht mehr", erklärt Angela Ramoni, Oberärztin an der Innsbrucker Universitätsklinik für Frauenheilkunde. Ein Ultraschall würde schnell den Gegenbeweis liefern und die Frauen von ihrer Meinung abbringen. „Es gibt eigentlich keine genauen Zahlen", ergänzt Barbara Sperner-Unterweger, Direktorin der Innsbrucker Univ.-Klinik für Psychiatrie II. Dass die so genannte Pseudogravidität nicht mehr weit verbreitet ist, würde zum einen an den Frühtests liegen, aber auch daran, „dass das Frausein nicht mehr ausschließlich mit der Mutterrolle verbunden ist", sagt die Psychosomatikerin.

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