Ski nordisch: Vettori zur WM-Halbzeit: „Glück hat es nicht gebraucht“

Lahti (APA) - Gold, Silber und Bronze sowie Rang vier im Medaillenspiegel zur Halbzeit der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften. Nach elf von ...

Lahti (APA) - Gold, Silber und Bronze sowie Rang vier im Medaillenspiegel zur Halbzeit der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften. Nach elf von 21 Bewerben hat Österreichs Mannschaft das von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel vorgegebene Ziel von drei Medaillen in Lahti schon erfüllt. Und kann dementsprechend befreit von Druck und teilweise auch eigenen Erwartungshaltungen in die zweite Woche gehen.

Weltmeister Stefan Kraft, der am Sonntagabend auf der Normalschanze gemeinsam mit Michael Hayböck, Daniela Iraschko-Stolz und Jacqueline Seifriedsberger auch Silber im Mixed holte, ist auch auf dem großen Bakken für das Einzel und mit dem Team ein heißes Eisen auf weiteren Medaillenzuwachs. Und die Nordischen Kombinierer, die am Sonntag in der Besetzung Bernhard Gruber, Mario Seidl, Philipp Orter und Paul Gerstgraser mit Bronze die erste WM-Team-Medaille seit 2011 in Oslo holten, haben ebenfalls noch zwei Chancen.

Ernst Vettori, der Sportliche Leiter für Skispringen und Nordische Kombination im ÖSV, hatte jedenfalls zur Halbzeit allen Grund, eine zufriedene Zwischenbilanz zu ziehen. „Wir haben das Ziel gehabt, in allen Sparten eine Medaille zu gewinnen, haben Gold, Silber, Bronze und die Großschanze kommt jetzt und die liegt uns gut“, freute sich Vettori im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. „Da werden wir uns jetzt gut vorbereiten und schauen, dass wir noch was dazukriegen.“

Das tolle Zwischenergebnis ist für den Tiroler nicht auf Fortuna, sondern auf System zurückzuführen. „Glück hat es Gott sei Dank nicht gebraucht. Wir haben solide Sachen gemacht und eine außergewöhnliche Leistung von Stefan Kraft, sonst wird man nicht Weltmeister. Die Deutschen sind extrem stark, auch im Skispringen im Mixed-Bewerb haben sie die Favoritenrolle bestätigt“, schilderte Vettori. „In Falun haben wir es nicht geschafft und es geht so schnell und man steht neben dem Stockerl“, erinnerte der 52-Jährige an Rang vier vor zwei Jahren im gemischten Bewerb.

Mit großer Spannung hat auch der Skisprung-Olympiasieger von 1992 den Kombinations-Teambewerb der jungen Österreicher verfolgt. „Das hat mich einige Nerven gekostet“, atmete Vettori durch. „Wir haben eine ganz junge Truppe gehabt, mit dem Berni als Lokomotive für die Jungen. Er hat eine super Basis gelegt, es war extrem schwierig. Dieser Teambewerb ist sehr lauflastig und die waren sehr nervös, vor allem Pauli (Gerstgraser) als Schlussläufer.“

In seinem ersten WM-Bewerb überhaupt, hatte Gerstgraser die Bürde, die Medaille ins Ziel zu bringen. „Ganz kurz habe ich ein bisserl Angst gehabt, weil die Verfolger so weit herangekommen sind. Er hat das taktisch hervorragend gelöst und die letzten Reserven gehabt“, erklärte Vettori.

Ein frühzeitiges Erfüllen der Erwartungen nimmt Druck, ist aber kein Grund zum Zurücklehnen, bestätigte auch Vettori vor Beginn der zweiten Woche: „Wenn wir an den Start gehen, dann wollen wir dabei sein, wenn es um Gold, Silber Bronze geht.“ Aber mit dem bereits Erreichten geht vieles leichter. „Es ist tatsächlich so, weil man viel ruhiger arbeiten kann. Es sind die Leute viel entspannter, das Serviceteam, die Trainer, auch die Medien sind happy. Wir müssen uns wirklich nur auf den Sport konzentrieren und nicht probieren, irgendwo noch etwas rauszuholen.“

Durchaus möglich scheint, dass das Abschneiden von Falun 2015 noch erreicht wird, als man mit einmal Gold und je zwei Silber- und Bronzemedaillen bilanziert hat. Die Bewerbe der Kombinierer gehen am Mittwoch und Freitag, jene der Springer am Donnerstag und Samstag über die Bühne.

Zwar keine Medaille, aber einen ausgezeichneten sechsten Platz hat Teresa Stadlober für die Sparte Langlauf herausgeholt. Die Salzburgerin hat ihr großes Potenzial auch im Hinblick auf die Heim-WM 2019 in Seefeld kräftig untermauert.


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