Bank Austria: Industrie bleibt gut in Fahrt, Aufschwung geht weiter

Nach der Binnennachfrage sind auch die Auslandsaufträge angesprungen.

Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer
© Andreas Rottensteiner / TT

Wien – Nach dem „Traumstart“ der heimischen Industrie im Jänner hat sich der Industrieaufschwung in Österreich im Februar fortgesetzt, wenn auch mit etwas gebremstem Tempo. Der Beschäftigungsaufbau hat spürbar zugelegt, der weiter starke Zuwachs an Neuaufträgen und Produktion verlangsamte sich jedoch geringfügig, erklärte die Bank Austria am Montag.

Der Bank-Austria-Einkaufsmanagerindex als Indikator für den Industriesektor lag im Februar mit 57,2 Punkten leicht unter dem Jänner-Wert von 57,3 Zählern, der ein 6-Jahres-Hoch markiert hatte. „Die aktuellen Lagertrends und steigende Lieferzeiten unterstreichen die sehr gute Geschäftslage“, so Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer in einer Aussendung. Die entscheidende Unterstützung für den weiterhin kräftigen Aufwärtstrend komme von der anhaltend günstigen Entwicklung im Neugeschäft. Vor allem bei Vorleistungen hätten sich die Auftragsbücher rasch gefüllt, doch zog auch die Investitions- und Konsumgüter-Nachfrage an.

Neben der weiter starken Binnennachfrage, die bis Herbst alleinige treibende Kraft war, legte den Experten zufolge jüngst auch die Nachfrage aus dem Ausland deutlich zu. Insbesondere mehr Neugeschäft aus Europa, dem asiatischen Raum und den USA können die heimischen Industriebetriebe derzeit verbuchen. Binnennachfrage und Exportbestellungen lägen derzeit im Auftragsplus fast gleich auf. „Aufgrund der anhaltend starken Nachfrage sowohl aus dem In- als auch dem Ausland haben die österreichischen Industrieunternehmen im Februar die Produktion wieder stark ausgeweitet“, so Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl. Der Produktions-Teilindex liege kaum niedriger als im Vormonat, in dem ein 70-Monats-Hoch erreicht worden war.

Der Stellenaufbau der Industrie habe sich im Februar spürbar erhöht - nachdem im Gesamtjahr 2016 der Beschäftigtenstand der Sachgütererzeugung erstmals seit drei Jahren überhaupt wieder zugelegt hat. Angesichts der hohen Nachfrage reduzierten sich die Fertigwaren-Lagerbestände. In Erwartung einer anhaltend guten Nachfrageentwicklung erhöhten die Firmen freilich die Einkaufsmengen so stark wie zuletzt vor sechs Jahren und füllten damit die Lager für Vormaterialien und Rohstoffe kräftig auf - auch wegen der von den Betrieben erwarteten Preiserhöhungen.

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Dank der starken Kundennachfrage sei es im Februar zum vierten Mal in Folge gelungen, höhere Verkaufspreise durchzusetzen. Die bestehende Auftragsdynamik und die Lagerbestände würden in den kommenden Monaten eine weitere starke Produktionsausweitung nötig machen, wenn auch mit etwas weniger Tempo. Wegen des international besseren Umfelds seien die Aussichten für die heimische Industrie weiter günstig.

Stimmung im Euroraum bessert sich leicht

Die Stimmung in der Wirtschaft der Eurozone hat sich im Februar etwas aufgehellt. Das Barometer legte leicht um 0,1 auf 108,0 Punkte zu, wie die EU-Kommission am Montag mitteilte. Ökonomen hatten damit gerechnet. In der Industrie, bei den Dienstleistern und am Bau besserte sich die Stimmung. Bei den Verbrauchern und auch im Einzelhandel verschlechterte sie sich hingegen. Das ebenfalls ermittelte Barometer für das Geschäftsklima stieg um 0,06 auf plus 0,82 Zähler zum Vormonat.

Die EU-Kommission hat in ihrer jüngsten Prognose ein rosiges Bild der Konjunkturaussichten gezeichnet: Sie sieht alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) auf Wachstumskurs - trotz wirtschaftlicher Abschottungstendenzen in den USA und den anstehenden Brexit-Verhandlungen mit Großbritannien. (APA, Reuters, TT.com)


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