Tschechien erreichte Freilassung von im Sudan verurteilten Missionar

Prag/Khartum (APA) - Ein im Sudan zu 20 Jahren Haft verurteilter tschechischer Missionar ist in seine Heimat zurückgekehrt. Der tschechische...

Prag/Khartum (APA) - Ein im Sudan zu 20 Jahren Haft verurteilter tschechischer Missionar ist in seine Heimat zurückgekehrt. Der tschechische Außenminister Lubomir Zaoralek reiste persönlich in die sudanesische Hauptstadt Karthum, um die Freilassung von Petr Jasek zu erreichen, der 2015 festgenommen und wegen Spionage verurteilt worden war.

Der sudanische Präsident Omar al-Bashir habe den Missionar begnadigt, dafür habe Tschechien zugesagt, die Beziehungen zum Sudan im Wirtschafts- und Sicherheitsbereich zu verstärken, hieß es am Montag aus dem tschechischen Außenministerium. Jasek kehrte in der Nacht auf Montag gemeinsam mit Außenminister Zaoralek mit einer Sondermaschine der Regierung nach Prag zurück.

Insgesamt 14,5 Monate hat der Missionar in fünf unterschiedlichen sudanischen Haftanstalten verbracht. Dabei sei er Schikanen und Schlägen vonseiten der Wärter sowie von islamistischen Mit-Häftlingen ausgesetzt gewesen, beklagte er nach der Freilassung.

Jasek, der für den US-Zweig der Organisation Hilfsaktion Märtyrerkirche, die sich nach eigenen Angaben für verfolgte Christen in aller Welt einsetzt, arbeitet, war im Dezember 2015 gemeinsam mit drei Afrikanern verhaftet worden. Tschechien wies die Anschuldigungen gegen Jasek von Anfang an als völlig unbegründet zurück. In den Fall Jaseks wurden auch die EU-Organe eingeschaltet. Eine Petition für die Entlassung des Tschechen und seiner afrikanischen Kollegen hatten rund 400.000 Menschen unterzeichnet.

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