Bankomatgebühren - Ablehnung von NÖ LHStv. Renner und AKNÖ

St. Pölten/Wien (APA) - Gegen Bankomatgebühren haben sich am Montag die NÖ LHStv. Karin Renner (SPÖ) und Vertreter der Arbeiterkammer NÖ (AK...

St. Pölten/Wien (APA) - Gegen Bankomatgebühren haben sich am Montag die NÖ LHStv. Karin Renner (SPÖ) und Vertreter der Arbeiterkammer NÖ (AKNÖ) ausgesprochen. „Der Zugang zum eigenen Geld muss kostenlos sein“, sagte AKNÖ-Präsident Markus Wieser in einer Pressekonferenz. Gleichzeitig wurde die Bilanz 2016 des Vereins Pro Konsument, einer Kooperation des Landes und der AKNÖ, präsentiert: 10.800 Verbraucher wurden beraten.

Wieser bezeichnete Bankomatgebühren als „völlig inakzeptabel“. Auch die für Konsumentenschutz zuständige Landesrätin Renner lehnt Gebühren für das Abheben von Geld ab. Sie verwies in der Pressekonferenz in St. Pölten darauf, dass Kunden bereits Kontospesen zahlen würden. Der Zugang zum eigenen Bargeld dürfe nicht mit einer zusätzlichen Gebühr belastet werden.

Die Zusammenarbeit des Landes NÖ und der AKNÖ im Rahmen von Pro Konsument wurde am Montag um ein Jahr verlängert. Seit der Gründung 2002 habe der Verein 250.000 Verbraucher beraten, zog Wieser Bilanz. An die Anlaufstelle können sich auch Personen wenden, die keine AK-Mitglieder sind.

Hunderte Fälle pro Jahr gebe es rund um Inkassogebühren, sagte AKNÖ-Direktor Joachim Preiß, Obmann von Pro Konsument. Er berichtete u.a. von einer Frau aus dem Bezirk St. Pölten, die nach der Bestellung einer kostenlosen Kaffee-Fototasse vergessen hatte, das Porto in Höhe von 3,99 Euro zu bezahlen. Nach acht Monaten erhielt sie laut AK eine Mahnung eines Inkassobüros über 74,29 Euro - mehr als das 18-Fache der ursprünglichen Versandspesen.

Die Anfragen der Niederösterreicher an die Konsumentenberater drehten sich im Vorjahr vor allem um die Themen Telefonie, Internet und Online-Shopping, Versicherungen, Finanzdienstleistungen sowie Bauen und Wohnen. Für heuer ist eine neue Schlichtungsstelle in Streitfällen mit Immobilienmaklern geplant, erklärte Wieser.

Als Ursache für die sinkende Anzahl der Beratungen bei Pro Konsument in den vergangenen Jahren sieht der AKNÖ-Präsident Neuregelungen wie die Verbraucherrechte-Richtlinie, die seit Juni 2014 einen Button „Jetzt kaufen“ oder „Kostenpflichtig bestellen“ vorsieht. Zu Werbefahrten habe es 2016 keinen einzigen Beratungsfall gegeben, hielt Renner fest. Hier haben laut der Landesrätin die Änderung der Gewerbeordnung zu Werbefahrten im Jahr 2012 und die Aufklärungsarbeit durch die Website www.haendewegvonwerbefahrten.at Wirkung gezeigt.

~ WEB http://www.arbeiterkammer.at ~ APA249 2017-02-27/12:24


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