KitzVenture geht gegen Strafe vor

Unternehmen aus Kitzbühel will gegen die FMA-Strafe Beschwerde einlegen. VKI hat Firma „im Auge“.

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© APA/HELMUT FOHRINGER

Von Max Strozzi

Kitzbühel –Vergangenen Freitag wurde das in Kitzbühel ansässige Unternehmen kitzVenture wegen irreführender Werbung von der Finanzmarktaufsicht (FMA) zu einer Strafe von insgesamt 75.000 Euro verdonnert. Wie berichtet, sammelt das Unternehmen – es gehört dem Deutschen Olaf Wittbrodt und der deutschen Beteiligungsgesellschaft Patriarch Trust des Anwalts Dirk Lindberg – Gelder in Form von qualifizierten Nachrangdarlehen ein und verspricht Anlegern mit Investments in Start-ups fixe Zinsen von 9,75 % im Jahr. Laut FMA hat kitzVenture allerdings in ihrer Werbung „die Risiken der Veranlagung nicht ordnungsgemäß dargestellt“. Konkret bedeutet dies, dass in der Werbung nicht auf das Totalverlustrisiko hingewiesen worden sei, das mit Nachrangdarlehen verbunden ist. Auch mit dem Versprechen einer fixen Verzinsung ist die FMA nicht einverstanden – zumal Zinsen an Anleger nur fließen, wenn der Gewinn hoch genug ist.

Das Straferkenntnis der FMA ist noch nicht rechtskräftig. Gegenüber der TT teilte die Kitzbüheler Firma nun mit, dass gegen die Strafe „selbstverständlich Beschwerde eingelegt wird“. Weiters kündigte die Firma in den nächsten Tagen eine gesonderte Stellungnahme dazu an. In einer ausführlichen Stellungnahme auf ihrer Homepage vom 9. Februar stellte die Beteiligungs-Firma unter anderem dar, dass sie „von der ersten Werbung bis hin zum Vertragsabschluss mehrmals und jeweils in eindeutiger Form auf die Beteiligungsform und die Risiken (also auch auf das Risiko eines Totalverlustes)“ hinweise. Außerdem habe sie „für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016 die Zinsen in voller Höhe berechnet und auch bereits ausbezahlt“. In welcher Höhe Zinsen gezahlt wurden, ist unklar. Im Juli 2016 begann kitzVenture mit dem Sammeln von Anlegergeldern. Die Werbekampagne startete Ende 2016.

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat über kitzVenture noch keine Verbraucherbeschwerden bekommen. „Aber wir haben die Firma sehr wohl im Auge“, sagte VKI-Experte Bernd Laus­ecker gestern zur APA. „Wenn jemand mit 9,75 Prozent Zinsen wirbt, müssen die Alarmglocken schrillen“, so Lausecker: „Wenn man sich sicher ist, das Produkt verstanden zu haben und das Risiko bewusst eingehen will, hab’ ich als Verbraucherschützer nichts dagegen“, so der VKI-Experte. Jedoch suggeriere kitzVenture mit einem „aggressiven Marketing“ Sicherheit. Und der gesunde Menschenverstand sage, „wenn in der Werbung das Wort ‚Sicherheit‘ auftaucht, kann das nicht mit Nachrangdarlehen zusammenpassen“. KitzVenture sei „ein hochspekulatives Produkt, das eindeutig für den normalen Verbraucher nicht geeignet ist“.

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