Türkischer Vizepremier nicht erfreut über Kurz-Aussagen zu Wahlkampf

Ankara (APA/Reuters) - Der türkische Vizepremier Numan Kurtulmus hat Aussagen von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) zurückgewiesen, wonach ...

Ankara (APA/Reuters) - Der türkische Vizepremier Numan Kurtulmus hat Aussagen von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) zurückgewiesen, wonach Wahlkampfauftritte von Präsident Recep Tayyip Erdogan in Österreich „unerwünscht“ seien. „Wir begrüßen diese Aussagen nicht“, sagte Kurtulmus am Montag in einer Pressekonferenz in Ankara.

„Das Referendum betrifft Österreich nicht“, fügte Kurtulmus mit Blick auf die umstrittene Volksabstimmung über die Einführung eines Präsidialsystems in der Türkei hinzu. In der Vorwoche hatte ein Werbeauftritt von Ministerpräsident Binali Yildirim vor tausenden Menschen in Deutschland für Kritik gesorgt.

Die Regierungspartei AKP versucht angesichts eines sich abzeichnenden knappen Ausgangs des Referendums am 16. April die rund 2,9 Millionen Auslandstürken zu mobilisieren, darunter mehr als 100.000 Austrotürken. Der für Österreich zuständige AKP-Politiker Mahmut Koc ging Medienberichten zufolge auch mit der Warnung auf Stimmenfang, in der Türkei würde ein Bürgerkrieg ausbrechen, „wenn es ein schlechtes Ergebnis beim Referendum gibt“.

Kurz hatte am Sonntag gesagt, der türkische Präsident sei in Österreich zu offiziellen Besuchen und Gesprächen willkommen, nicht aber für Werbeauftritte. „Wahlkampfauftritte sind unerwünscht“, sprach sich Kurz dagegen aus, „den türkischen Wahlkampf und eine Polarisierung nach Österreich zu tragen“. Erdogan war wenige Wochen vor der Präsidentenwahl im Jahr 2014 in Wien vor 13.500 Anhängern aufgetreten. Kurz äußerte sich schon damals kritisch und teilte Erdogan diese Kritik eigenen Angaben zufolge auch persönlich mit.


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