„Ärzte ohne Grenzen“ weist Frontex-Kritik an Hilfseinsätzen zurück

Wien (APA) - Die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ hat die Kritik der EU-Grenzschutzagentur Frontex an Einsätzen der Hilfsorganisationen im ...

Wien (APA) - Die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ hat die Kritik der EU-Grenzschutzagentur Frontex an Einsätzen der Hilfsorganisationen im Mittelmeer zurückgewiesen. Seenotrettung so nah wie möglich an den libyschen Hoheitsgewässern sei derzeit die einzige Chance, die Lebensgefahr auf dem Mittelmeer zu reduzieren, heißt es in einer Stellungnahme der Hilfsorganisation.

Die Geschäfte krimineller Netzwerke und Schlepper in Libyen sollten nicht noch dadurch unterstützt werden, dass die Migranten immer näher an der libyschen Küste von europäischen Schiffen aufgenommen würden, hatte Frontex-Direktor Fabrice Leggeri der deutschen Zeitung „Welt“ (Montag) gesagt.

Diese Kritik des Frontex-Direktors sei „schockierend“, so die Expertin für Flucht und Migration bei Ärzte ohne Grenzen, Aurelie Ponthieu, am Dienstag: „Will er uns vorschlagen, wir sollten uns weiter aus der Zone auf dem Mittelmeer zurückziehen, wo das Risiko zu ertrinken am größten ist, nur um Menschenschmuggel schwieriger zu machen? Sollen wir die Menschen einfach ertrinken lassen?“

Frontex wolle die Hilfsorganisation nicht treffen, obwohl diese um ein Treffen gebeten habe, um über die Kritik zu sprechen. Frontex sollte lieber die eigene Arbeit auf den Prüfstand stellen, statt „schädigende und unbegründete Vorwürfe“ gegen Hilfsorganisationen zu erheben. „Solange Menschen keinen sicheren Fluchtweg aus Libyen haben, werden sie weiter ertrinken.“

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