Skispringen: Ex-ÖSV-Coach Lepistö schmerzt Finnlands Schwäche

Lahti (APA) - Heinz Kuttin und Stefan Horngacher feiern als Cheftrainer des österreichischen bzw. des polnischen Skisprung-Teams Erfolge. Be...

Lahti (APA) - Heinz Kuttin und Stefan Horngacher feiern als Cheftrainer des österreichischen bzw. des polnischen Skisprung-Teams Erfolge. Begonnen hat die Coaching-Karriere der zwei Ex-Team-Weltmeister als Co-Trainer im ÖSV 2002 unter Hannu Lepistö. Der Finne, heute 70 Jahre alt und bei der WM in seiner Heimatstadt Lahti als Eurosport-Co-Kommentator tätig, war damals zwei Jahre lang ÖSV-Cheftrainer.

„Ich habe viel von Hannu gelernt“, sagte Kuttin im Vorfeld der WM. Lepistö hatte die Teenager Thomas Morgenstern und Andreas Kofler auf dem Weg nach oben begleitet, ihre Erfolge feierten sie erst etwas später. Als finnischer Nationalcoach hatte Lepistö zuvor Matti Nykänen und Janne Ahonen zu Spitzenathleten geformt. Daher schmerzt es den Experten, dass der Sprungsport in Suomi aktuell darniederliegt.

Der Steirer Andreas Mitter habe als Cheftrainer eine schwierige Aufgabe, sagte Lepistö in Lahti der APA. „Denn es kommt nichts nach. Trotz der Idole wie Ahonen und Matti Hautamäki fehlen zwei Generationen an Springern.“

Lepistö nannte dafür zwei Gründe: Einerseits fehle eine Sportschule wie Stams. Im vergleichbaren Zentrum in Vuokatti ist das Internat sehr teuer, dort wird aktuell nur ein Springer ausgebildet. Und in den Springer-Hochburgen sonnten sich die Trainer laut Lepistö lieber neben den Stars, anstatt mit dem Nachwuchs zu arbeiten.

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Chef von TopSport in Finnland, dem Spitzensport-Gremium im Nationalen Olympischen Komitee, ist Mika Kojonkoski, ein weiterer Ex-Cheftrainer des ÖSV (1997-99). „Er ist Chef und zudem für Skispringen und Segeln verantwortlich, hat aber wohl zu wenig Zeit“, vermutet Lepistö.

Der Finne war selbst nach dem Engagement in Österreich u.a. noch in Polen tätig, wo er Superstar Adam Malysz bis zu dessen Karriere-Ende 2011 betreute. Die Entwicklung im Sprungsport verfolgt Lepistö - seine Gattin Leila hatte als OK-Chefin bei der WM 1989 gegen den Widerstand der FIS erstmals einen Flutlichtbewerb durchgesetzt - auch als „Pensionist“ genau.

Auch mit etwas Sorge. „Die Springer müssen aktuell sehr leicht sein, wenn sie vorne sein wollen. Da muss man reagieren, sonst wird es in einigen Jahren gefährlich“, warnte Lepistö. Ansatzpunkte sieht er beim Material: Dünnere Anzugstoffe, eine an die Körpergröße gebundene Mindest-Skilänge oder schwerere Ski könnten eine Lösung bieten.


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