Paketmarkt für Privatkunden 2016 um ein Drittel gewachsen

Wien (APA) - Die Zahl der Pakete an Privatkunden ist im Vorjahr geradezu „explodiert“, weil der Onlinehandel abgehoben hat. Das sei in diese...

Wien (APA) - Die Zahl der Pakete an Privatkunden ist im Vorjahr geradezu „explodiert“, weil der Onlinehandel abgehoben hat. Das sei in dieser Größenordnung „absolut unerwartet“ gewesen, sagte Andreas Kreutzer, Geschäftsführer von Kreutzer, Fischer und Partner, im Gespräch mit der APA.

An Privatkunden wurden 93 Mio. Pakete ausgeliefert, um 35 Prozent mehr als im Jahr davor. Obwohl mit der Deutsche-Post-Tochter DHL ein neuer Anbieter am österreichischen Markt dazugekommen ist, waren wegen diesem starken Wachstum im Vorjahr alle Anbieter Gewinner, stellte Kreutzer fest. „Die Mengen von DHL haben komplett aufgesetzt, die anderen haben nicht wirklich verloren“. DHL kam auf Anhieb auf 25 Prozent Marktanteil (B2C und C2C), Marktführer Post auf 43 Prozent, rechnet man Hermes dazu, für die die Post die Logistik übernimmt, sind es sogar 57 Prozent.

2017 rechnet Kreutzer mit einem weiteren starken Wachstum von etwa 19 Prozent oder 11 Millionen Paketen. Wobei das starke Wachstum an zwei Faktoren hänge: Einerseits nehmen die Internetbestellungen zu, andererseits werden immer häufiger Teillieferungen verschickt, um Kundenwünsche möglichst rasch erfüllen zu können. Es wächst auch nur der Versand von Firmen an Privatpersonen (B2C), von Privat an Privat (C2C) werden seit langem unverändert jährlich rund 10 Mio. Pakete geschickt.

Ein Fünftel der Pakete entfällt im B2C-Bereich auf Retouren, wobei es zwischen den Produktgruppen große Unterschiede gibt. Bei Büchern oder CDs gehen nur 6-8 Prozent wieder zurück, bei Bekleidung 41 Prozent. „80 Prozent des Retourenvolumens stammt aus der Bekleidung“, sagte Kreutzer. Inwieweit Betrug im Spiel ist wollte er nicht spekulieren. Es sei aber bekannt, dass der Umsatz stark zurückgeht, wenn für den Rückversand eine Gebühr verlangt wird. Der stationäre Bekleidungshandel gerate ins Hintertreffen, weil er im Geschäft lagernd nur bestimmte Größen anbieten kann und von der Industrie von jeder Größe nur eine bestimmte Stückzahl erhält. Online seien hingegen immer alle Größen vorhanden. Auch seien in den Stoßzeiten in der Regel zu wenige Umkleidekabinen vorhanden - viele Kunden würden lieber zu Hause in Ruhe probieren und den Rest dann zurücksenden.

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Zusätzlich zu den Paketen an Privatkunden gibt es auch den Markt für Pakete zwischen Unternehmen (B2B), der 2016 mit 89 Mio. Stück etwas kleiner war als der Privatkundenmarkt. Noch vor wenigen Jahren war B2B deutlich wichtiger - 2013 gab es 88 Mio. B2B-Pakete und nur 61 Mio. Pakete an Privatkunden.

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