Meilenstein auf einem dünnen Grat in Venetien

Für Österreichs Skibergsteiger ist das beste WM-Resultat der Lohn ihrer Arbeit: Martin Weißkopf spekulierte aber mit mehr als Team-Rang fünf.

Über Stock, Stein und ein wenig Schnee.
© Seebacher

Von Roman Stelzl

Piancavallo –Erst einmal tief durchatmen. Der gestrige Sprint bei der Skibergsteiger-WM hat Kraft gekostet – und das Lächeln, das Martin Weißkopf zwei Tage nicht verlassen wollte, war ein wenig eingefroren. „Gar nicht zufrieden“, beschreibt der 26-jährige Osttiroler seinen Auftritt in Piancavallo, einem Ort im italienischen Venetien.

Wo genau er sich denn im Ranking wiederfindet? „Irgendwo zwischen Platz 15 und 20“, fährt Weißkopf fort, der im Viertelfinale des ­WM-Sprints scheiterte. Stille. Also dann doch zu etwas Erfreulicherem – oder besser gesagt zu dem Thema, das Grund war für das Strahlen im Gesicht des Tiroler Vorzeige-Skibergsteigers.

Rang fünf im Team-Bewerb am Sonntag bedeutete für Weißkopf und den Salzburger Jakob Herrmann nicht nur das beste Resultat der Karriere. Vielmehr ist es das beste des österreichischen Verbandes in der Team-Kategorie überhaupt.

„Das ist ein Meilenstein für uns. Der Team-Bewerb ist ja das Herzstück der WM“, freut sich Werner Brugger, Skibergsteiger-Referent im Tiroler Skiverband.

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Und auch Weißkopf selbst findet schnell sein Lächeln wieder. „Wir sind richtig glücklich mit diesem fünften Platz. Auch wenn ich nicht ganz so gut drauf war, wie ich das gerne gehabt hätte“, ergänzt der Prägratner, der beim Team-Bewerb von der „Urform des Skibergsteigens“ schwärmt. Es geht mehr über Stein als über Piste. Das Handling von Steigeisen ist ebenso gefragt wie Vorsicht am Grat, die beiden Athleten dürfen nicht mehr als fünf Sekunden getrennt sein. Insgesamt warteten 20 Kilometer und fast 2100 Höhenmeter. Weißkopf: „Es verbindet viele Elemente. Für mich ist Rang fünf daher einer meiner größten Erfolge.“

Die Freude ist da, doch angesichts von Rang fünf hatte das „Hättiwari“ begonnen. Zumal das Duo länger auf Medaillenkurs lag. „Aber daran darf man jetzt nicht denken“, schließt Weißkopf das Kapitel. Bereits morgen wird er ja ein neues öffnen. Bei der Team-Staffel der Herren, dem Abschluss der WM. Und vielleicht darf es dort dann noch ein wenig mehr sein.

Martin Weißkopf schaffte mit dem Salzburger Jakob Herrmann eine Bestmarke.
© Seebacher

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