„Kurier“: Mutmaßlicher Cyber-Terrorist auf dem Weg in die Türkei

Wien (APA) - Der mutmaßliche Urheber von Cyberangriffen auf österreichische Regierungsstellen ist einem Bericht der Tageszeitung „Kurier“ (M...

Wien (APA) - Der mutmaßliche Urheber von Cyberangriffen auf österreichische Regierungsstellen ist einem Bericht der Tageszeitung „Kurier“ (Mittwochsausgabe) zufolge auf dem Weg in die Türkei. Die Zeitung beruft sich auf den Facebook-Account des Mannes, in dem „Ankara“ als Ortsangabe aufscheine. Das Haus des im US-Staat Kentucky lebenden Türken stehe schon seit längerem zum Verkauf.

Die Zeitung hatte am Dienstag berichtet, dass das Heeresnachrichtenamt den Mann als Urheber von Computerattacken auf den Flughafen Wien, das Parlament, die Nationalbank sowie das Verteidigungs- und Außenministerium ausgeforscht hatte. Der Fall löste Irritationen im Innenministerium aus, das die Veröffentlichung als verfrüht kritisierte.

„Die frühzeitige Veröffentlichung von Informationen zu polizeilichen Ermittlungen kann sich negativ auf Ermittlungserfolge auswirken und sollte daher üblicherweise vermieden werden“, hatte das Innenministerium am Montagabend auf Facebook geschrieben. Anonyme Quellen aus dem Innenministerium sprachen gegenüber dem „Standard“ (Mittwochsausgabe) von einem „polizeilichen Trümmerfeld“ und einer „Torpedierung der Ermittlungen“ durch das Datenleck zugunsten des „Kurier“.

Im Lichte dieser Vorhalte schreibt der „Kurier“ nun, dass der verdächtige Türke „mit großer Wahrscheinlichkeit“ keine besonderen Warnungen aus Österreich gebraucht hätte. Die US-Behörden seien nämlich seit Wochen über die Umtriebe des Mannes aus Bowling Green informiert gewesen. Er habe sein Verhalten merkbar geändert und drei seiner vier Internetprofile stillgelegt. Nach dem Erscheinen des ersten „Kurier“-Berichts habe er seine Wohnortangabe auf Facebook von „Bowling Green“ zu „Ankara“ geändert. Doch sei der Umzug seit längerem geplant gewesen, weil sein Haus in der US-Stadt seit mehreren Wochen bei einem Immobilienmakler zum Verkauf stehe.

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