Entscheidung nach Mitternacht: HCI unterlag Vienna Capitals 3:4

Die Haie lieferten den Vienna Capitals im zweiten Play-off-Match über fünf (!) Stunden lang einen ganz heißen Fight. Nach 104 Spielminuten und sechs Dritteln traf Vause um 0.10 Uhr zum 4:3-Sieg für Wien.

Die Haie mit Flo Pedevilla (beim Einlauf) zeigten im ersten Play-off-Heimspiel seit acht Jahren gegen die Vienna Capitals ordentlich ihre Zähne.
© gepa

Von Alex Gruber Innsbruck — Im zweiten Viertelfinal-Match der Innsbrucker Haie — dem ersten K.-o.-Runden-Heimspiel seit acht Jahren — dauerte es am Dienstagabend gegen die Vienna Capitals nur sechs Sekunden, ehe eine Plexiglas-Scheibe zu Bruch ging. HCI-Verteidiger Flo Pedevilla setzte gegen Wien-Stürmer Raphael Rotter nach der 0:5-Niederlage im ersten Spiel gleich ein kräftiges Zeichen. Ein Scheibenbruch war zuletzt in Innsbruck übrigens NHL-Star Brad Isbister 2004 in seinem ersten Match gelungen.

Der Austausch der Scheibe zog sich dann in die Länge, danach wurden noch einmal einzelne Scherben am Eis gefunden und musste ein weiteres Mal die Eismaschine ausrücken. Ein Hauch von Kabarett am Faschingsdienstag, 2600 Fans mussten sich 50 Minuten gedulden, ehe die Partie dann endlich richtig in Szene ging. Und wie — das Warten lohnte sich:

Zunächst schwangen die Capitals den Taktstock ähnlich überlegen wie schon in Wien. Das 0:1 im Powerplay war die logische Folge, es sah düster aus. Das berühmte Momentum kam aus Sicht der Hausherren aber zurück: Austin Smith — der kultige Schnauzbart wurde nach Match Nummer eins wegrasiert — schoss die Scheibe quer vors Tor, wo sein kongenialer Sturmpartner Andrew Clark (1:1/9.) nur einschieben musste. Ein sensationeller Unterzahl-Treffer von Mario Lamoureux gegen seinen Bruder und Wien-Goalie Jean-Philippe machte das Ganze nur zwei Minuten später noch besser. Und spätestens mit dem 3:1 in doppelter Überzahl — wieder war Lamoureux per Abstauber zur Stelle — brodelte es in Tiwag-Arena. Genauso wie man es sich in einer Play-off-Partie eben vorgestellt hat.

Die erste Hälfte des Mitteldrittels gehörte wieder den Gästen, die in einem weiteren Powerplay auch auf 2:3 verkürzten. Wenig später schritt Haie-Goalie Andy Chiodo gegen Taylor Vause retttend zur Tat. Und in der Folge nahmen auch die Haie wieder Fahrt in Richtung Wiener Gehäuse auf. Warum das Schiedsrichtergespann Ondrej Sedivy nach Ross-Traumpass zurückpfiff, bleibt ein Geheimnis. Die Innsbrucker brachten die Führung in die Pause. „Bringen die Haie die Führung über die Zeit?", war die Frage nach 40 Minuten. Als Ex-Hai Andi Nödl am Weg zum 3:3 scheiterte, stand den Fans der Atem still. Und als Eigengewächs Mario Huber Angriffspartner Sedivy bediente, lag das 4:2 in der Luft (47.). Lamoureux parierte, Bruder Mario war beim HCI verletzt nicht mehr dabei.

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In einer 3:5-Unterlegenheit nach fragwürdigen Strafen gegen Schennach und Stach traf Wien dann zum 3:3-Ausgleich. Das Publikum tat seinen Unmut gegen das Schiri-Gespann lautstark kund. Es ging in die Verlängerung, Smith hatte zwei Matchpucks (61., 69.), Spurgeon (72.) traf die Querlatte. Im Gegenzug rettete Chiodo überragend gegen Tessier. Nach 80 Minuten gab es die nächste Eisreinigung.Und wieder rettete Chiodo großartig gegen Tessier (83.) und Vause (96.). Die Zuschauer klatschten die 100. Spielminute ein. Das bittere Goldtor schoss Vause (104.).

Best of seven:

2. Spiel: HC IBK — Vienna C. 3:4 (3:1, 0:1, 0:1, 0:0, 0:0, 0:1). Tore: Clark (9.), Lamoureux (11./SH, 17./PP2) bzw. Tessier (5./PP), Holzapfel (25./PP, 49./PP2), Vause (104.). 1. Spiel: Vienna — HCI 5:0 (1:0, 3:0, 1:0). Stand in der Serie: 2:0 für Wien. 3. Spiel; Freitag: Vienna C. — HCI (19.45). Znojmo — KAC2:3 (1:2, 1:0, 0:1) Tore: Sulak (4.), Beroun (38.) bzw. S. Geier (13.), Hundertpfund (14., 42.). 1. Spiel: KAC — Znojmo 4:3 n.V. Stand in der Serie: 2:0 für KAC. HCB Südtirol — Linz 3:1 (1:0, 0:0, 2:1). Tore: Glenn (5.), Yogan (47.), Sparks (60./EN) bzw. Oberkofler (42.). 1. Spiel: Linz — HCB Südtirol 2:1 n. V. Stand in der Serie: 1:1. Mittwoch: Graz — Salzburg 19.45 1. Spiel: Salzburg — Graz 3:0.


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