Italiens Präsident mildert Strafmaß von verurteilter Ex-CIA-Agentin

Die ehemalige Agentin Sabrina de Sousa hatte den ägyptischen Imam Abu Omar entführt und in sein Herkunftsland verschleppt. Dafür war ihr 2009 in Abwesenheit der Prozess gemacht worden.

Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella.
© Reuters

Rom – Italiens Präsident Sergio Mattarella hat der ehemaligen CIA-Agentin Sabrina de Sousa, die wegen der Entführung des ägyptischen Imams Abu Omar 2009 in Abwesenheit in Mailand zu sieben Jahren Haft verurteilt worden war, einen Teil ihrer Strafe erlassen. Damit wird die Haftstrafe auf drei Jahre verkürzt.

Mattarella ermöglichte somit der US-Staatsbürgerin, alternative Strafen zur Haft zu beantragen, berichteten italienische Medien. Nach Mattarellas Schritt muss die 61-jährige de Sousa nicht nach Italien ausgeliefert werden. Das Verfahren gegen sie und weitere CIA-Agenten hatte großes Aufsehen erregt, weil es der erste Prozess zu geheimen Verschleppungen von Terrorverdächtigen in Folterstaaten durch die CIA nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 war.

Prozess in Abwesenheit

Die USA weigerten sich, die CIA-Agenten auszuliefern, weshalb ihnen in Abwesenheit der Prozess gemacht wurde. Sie wurden zu letztinstanzlichen Haftstrafen verurteilt, doch keiner hat bisher die Haft abgesessen.

Der ägyptische Imam Osama Mustafa Hassan, bekannt als Abu Omar, war am 17. Februar 2003 in einer zwischen dem italienischen Militärgeheimdienst SISMI und der CIA abgestimmten Aktion entführt und in sein Herkunftsland verschleppt worden. Dabei soll auch ein Zwischenstopp auf dem US-Stützpunkt Ramstein in Deutschland eingelegt worden sein. Abu Omars Anwälte beteuerten, ihr Mandant sei dann in Ägypten in einem Hochsicherheitsgefängnis gefoltert worden. (APA/AFP)

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