Factoring wird in Österreich beliebter - Raiffeisen legte 2016 zu

Wien (APA) - Factoring, der Verkauf von Lieferforderungen, um schnell an Cash zu kommen, wird auch bei Österreichs Unternehmen immer beliebt...

Wien (APA) - Factoring, der Verkauf von Lieferforderungen, um schnell an Cash zu kommen, wird auch bei Österreichs Unternehmen immer beliebter. Der Markt legte in den vergangenen vier Jahren um knapp 80 Prozent auf 19,6 Mrd. Euro zu. Mit einem Factoring-Volumen von etwas mehr als 5 Prozent des BIP liegt Österreich aber noch unter dem EU-Schnitt (10 Prozent), sagt Andreas Bene, Chef der Raiffeisen Factor Bank.

Bene sieht daher noch deutliches Wachstumspotenzial. Sein Haus, nach der Bank Austria die Nummer Zwei am Markt, will deutlich mitnaschen. 2016 stieg das von der Raiffeisen Factor Bank angekaufte Forderungsvolumen um 25 Prozent auf 6,2 Mrd. Euro.

Factoring sei eine Alternative zu klassischen Bankkrediten und biete Unternehmen mehr Flexibilität - und diese sei in Zeiten von Trump, Brexit und anderen Unsicherheiten immer wichtiger. Generell gehe der Trend hin zu weniger Bankverbindungen. Dafür nutzten Unternehmen lieber mehr unterschiedliche Produkte einer Bank, so Bene im Gespräch mit der APA.

Zielgruppe von Raiffeisen im Factoring-Bereich sei „der gesunde österreichische Mittelstand“. Neben Klein- und Mittelbetrieben (KMU) hat das Spezialhaus auch viele größere Handels- und Industriebetriebe als Kunden. Ab einer Umsatzgröße von 2 Mio. Euro sei Factoring interessant. Da Österreichs Wirtschaft exportorientiert ist, sei auch die Nachfrage nach dem Ankauf von Auslandsforderungen hoch, sagte Bene. Das Factor-Institut - Raiffeisen - nimmt dabei den Exporteuren ihre Forderungen gegenüber ausländischen Schuldnern ab.

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Die Konditionen für diese Spezial-Finanzierungsform sind laut Bene ähnlich wie bei der klassischen Betriebsmittelfinanzierung - also Interbankenzinssatz Euribor plus Aufschlag. Die Factor Bank verrechnet die Zinsen erst im Nachhinein; im Export ist das Zahlungsziel üblicherweise zwei bis drei Monate nach Lieferung. Bei den allermeisten Raiffeisen-Factoring-Produkten bleibt die Kunden-Lieferanten-Beziehung unverändert, Inkasso usw. werden nicht mitausgelagert. In mehr als 50 Prozent der Fälle übernimmt Raiffeisen auch das Ausfallsrisiko, so Vorstand Bene.

Gewinnzahlen für 2016 nannte Bene nicht. 2015 wies die Raiffeisen Factor Bank laut Firmenbuch ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von etwas mehr als 1 Mio. Euro aus. Das Institut beschäftigt 30 Mitarbeiter und wurde 2007 gegründet. Fokus ist der österreichische Markt.

~ WEB http://www.raiffeisen.at ~ APA115 2017-03-01/10:00


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