„Kümmerer“ verzeichnet steigende Nachfrage

Mit dem „Case Management“ geht der Planungsverband 31 einen neuen Weg bei der Pflege und Gesundheitsprävention.

Seit der Abschaffung des Kinderregresses ist die Zahl der Heimbewohner sprunghaft angestiegen. Die Kosten muss die Allgemeinheit tragen.
© Zick

Von Harald Angerer

Kirchberg –Die Menschen werden immer älter, das ist eine große Herausforderung für die Gemeinden. Denn vor allem die Betreuung älterer Menschen wird in Zukunft zu einem entscheidenden Punkt. Hier gilt es sich gut aufzustellen. Dass dies gemeinsam am besten geht, haben die Gemeinden des Planungsverbands 31 Brixental – Wildschönau mit den Gemeinden Itter, Hopfgarten, Westendorf, Brixen, Kirchberg und dazu Wildschönau und Reith b. K. erkannt und das so genannte Case Management eingeführt.

Beim kürzlich vom Land Tirol ins Leben gerufenen Gemeinde-Kooperationspreis haben sie dabei den zweiten Platz erreicht. Darüber freut sich nicht nur Verbandsobmann und Bürgermeister von Itter Josef Kahn. Bei einer Pressekonferenz wurde gestern das Projekt noch einmal vorgestellt und auch der zweite Platz gefeiert, denn auch der zuständige Landesrat Johannes Tratter war anwesend. „Das Projekt des Planungsverbands 31 ist vorbildlich. Es war eines der wenigen im Bewerb, das sich einem sozialen Aspekt verschrieben hat“, sagt Tratter.

Seit 2. Jänner ist Dietmar Strobl als Case Manager „oder wie ich es lieber nenn­e, als Kümmerer in der Region unterweg­s“, sagt Kahn. Sprechstunden gibt es in den beiden Orten Hopfgarten und Kirchberg, aber Strobl ist mobi­l im Einsatz. „Gespräche können somit auch im privaten Kreis stattfinden“, erklärt Kahn. Die Nachfrage sei steigend, wie Strobl erklärt. „Am Anfang war es noch etwas zögerlich, aber inzwischen nehme­n immer mehr Menschen mit mir Kontakt auf“, schildert der Kümmerer. Die Anfragen seien vielfältig. So drehen sich die Anfragen ums Pflegegeld, wie viel den Personen zusteht und ob sie überhaupt welches bekommen. „Viele Nachfragen gibt es auch zur 24-Stunden-Betreuun­g und auch das Thema zu Hause Pflegen ist ein Schwerpunkt“, schildert Strob­l.

Der Kümmerer sei ein Verbindungsglied zwischen den bestehenden Einrichtungen und Angeboten, betont Kahn. So gibt es eine enge Zusammenarbeit mit den Ärzten, Sozialsprengeln, Sozialzentren und vielen mehr. „Wir haben viele sehr tüchtige Menschen, die ihn ihrem Bereich Großartiges leisten, aber mit viel Arbeit eingedeckt sind und nicht die Zeit haben, auch noch über die Grenzen hinauszuschauen“, sagt Kahn. Deshalb sei der neue Kümmerer eine so wichtige Einrichtung.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Kommentieren


Schlagworte