LKH Hall will trotz Ausbau Energieverbrauch halten

Bis 2020 wächst der Krankenhausstandort Hall um 35.000 Quadratmeter. Doch der Energieverbrauch soll auf heutigem Stand „eingefroren“ werden.

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Von Michael Domanig

Hall –Im Inneren des alten Hauses 6 am Areal des Landeskrankenhauses Hall laufen derzeit Vorarbeiten zum Abriss, der für Sommer geplant ist. Denn schon im Herbst starten an diesem Standort die Bauarbeiten für das neue Chirurgiegebäude (Haus 14). Der Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie in unmittelbarer Nähe soll bereits gegen Jahresende 2017 in Betrieb gehen. Für den Standort Hall bedeutet das eine Flächenausweitung um insgesamt rund 25 Prozent bis 2020.

Doch obwohl zu den aktuell 133.000 Quadratmetern an Bruttogeschoßfläche ca. 35.000 Quadratmeter hinzukommen, die ebenfalls mit Strom, Wärme bzw. Kühlung versorgt werden müssen, soll der Gesamtenergieverbrauch am Standort auf dem heutigen Niveau – ca. 25 Gigawattstunden pro Jahr – „eingefroren“ werden. Dieses ehrgeizige Ziel gaben die tirol kliniken gestern bei einer Bilanzpressekonferenz im Vorfeld des „Tags der Energie“ am 5. März bekannt.

Prinzipiell benötige ein Krankenhaus „natürlich sehr viel Energie“, das LKH Hall verbrauche jährlich so viel wie rund 1130 Einfamilienhäuser, erklärt Stefan Wedermann, stellvertretender kaufmännischer Direktor des LKH. Doch als öffentliches Unternehmen habe man die Pflicht, „so energie- und kosteneffizient wie möglich“ zu arbeiten. Ende 2013 wurde ein Energiemanagement in den tirol kliniken eingeführt – mit Erfolg: „Im Vergleich zu 2013 wurden 2016 in Hall rund 4,7 Gigawattstunden pro Jahr weniger verbraucht“, berichtet Energiemanager Patrick Hörhager. Am Areal wurden 2016 0,2 Gigawattstunden selbst erzeugt.

Schon 2012 wurde auf Fernwärme umgerüstet, Erdgas komme nur noch als „Backup“ im Notfall zum Einsatz, führt Wedermann aus. Auch stromtechnisch sei das LKH „annähernd CO2-neutral unterwegs“. Rund 95 Prozent des Energieverbrauchs würden ökologisch erzeugt bzw. CO2-neutral umgewandelt, damit sei Hall der „grünste“ unter den Standorten der tirol kliniken. Am Dach von Haus 5 gibt es bereits seit 2013 eine 336 Quadratmeter große thermische Solaranlage, direkt daneben wurde jetzt die zweite Photovoltaik-Anlage am Areal fertig gestellt. Auch Wärmepumpen kommen künftig zum Einsatz. Die – immer wichtigere – Kälteversorgung erfolgt zu 95 Prozent über Brunnenwasserkühlung. „Allein für energetische Maßnahmen wurden von 2013 bis 2016 ca. 3 Mio. Euro investiert“, bilanziert Hörhager, die Amortisationszeit liege bei fünf Jahren. Für die großen Neubauten streben die tirol kliniken ein Klimaaktiv-Zertifikat an, ebenso eine Klimabündnispartnerschaft für Betriebe – beides habe noch kein Krankenhaus in Österreich erreicht.

Zugleich sollen auch die 1500 Mitarbeiter am Standort Hall weiter zum Energiesparen angehalten werden. Und man setzt auf Elektromobilität: Zwei E-Transporter haben seit dem Vorjahr schon über 9000 Kilometer zurückgelegt.


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