Türkischer Medienzar Dogan wegen Treibstoffschmuggels vorgeladen

Ankara (APA/Reuters) - Der türkische Medienmogul Aydin Dogan hat wegen angeblichen Treibstoffschmuggels eine gerichtliche Vorladung erhalten...

Ankara (APA/Reuters) - Der türkische Medienmogul Aydin Dogan hat wegen angeblichen Treibstoffschmuggels eine gerichtliche Vorladung erhalten. Ein Richter in Istanbul ordnete laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch an, dass der 80-jährige Ehrenvorsitzende des von ihm aufgebauten Mischkonzerns persönlich zur nächsten Anhörung im Prozess um einen mutmaßlichen Schmugglerring erscheinen müsse.

Bisher wurde er in dem Fall durch einen Anwalt vertreten. Dogan, der ein angespanntes Verhältnis zu Präsident Recep Tayyip Erdogan hat, wird vorgeworfen, an der Gründung einer kriminellen Vereinigung, Schmuggel und Betrug beteiligt gewesen zu sein, als er den Konzern noch leitete. Ihm drohen mehr als 20 Jahre Gefängnis. Er hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Nur einen Tag vor der Gerichtsentscheidung hatte Erdogan einen in der zur Dogan-Gruppe gehörenden Zeitung Hürriyet erschienenen Artikel kritisiert. Das Blatt berichtete am 25. Februar, dass die Regierung vor Aufhebung des Kopftuchverbots im Militär nicht die Meinung der Armee eingeholt habe. Dies wurde von einigen als Andeutung interpretiert, dass zwischen Armee und Regierung Missklang herrsche. Nach Erdogans Kritik verloren Dogan- und Hürriyet-Aktien an der Börse erheblich an Wert. Auch am Mittwoch tendierten sie schwächer.

Den türkischen Behörden wurde zuletzt immer wieder vorgeworfen, die Pressefreiheit zu missachten. Nach dem gescheiterten Militärputsch im Juli vergangenen Jahres gingen die Behörden massiv gegen mutmaßliche Regierungskritiker vor. Mehr als 130 Medieneinrichtungen wurden nach offiziellen Angaben geschlossen. Das deutsch-türkische Verhältnis belastet im Moment besonders die Festnahme des Journalisten Deniz Yücel. Die deutsche Regierung forderte am Mittwoch erneut die Entlassung des Deutsch-Türken aus der Untersuchungshaft, ähnlich äußerte sich auch der Nationalrat in Österreich.

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