Leitl: Arbeitszeitflexibilisierung ist nicht „Lohnraub“

Wien (APA) - Wirtschaftskammer- und ÖVP-Wirtschaftsbund-Präsident Christoph Leitl hat die Gewerkschaftskritik an der aktuellen Arbeitszeitde...

Wien (APA) - Wirtschaftskammer- und ÖVP-Wirtschaftsbund-Präsident Christoph Leitl hat die Gewerkschaftskritik an der aktuellen Arbeitszeitdebatte zurückgewiesen. Arbeitszeitflexibilisierung bedeute nicht „Lohnraub“, sagte Leitl am Mittwoch bei seiner Aschermittwochrede in Telfs in Tirol. Es gehe um Möglichkeiten, flexibler arbeiten zu können. Dies sei in einer sich ändernden Arbeitswelt eine Notwendigkeit.

Ohne flexiblere Arbeitszeiten drohe der Verlust von Arbeitsplätzen, etwa durch die Digitalisierung, warnte Leitl. In Österreich dürfe es nicht nur die theoretische, sondern auch die praktische Möglichkeit geben, flexibler arbeiten zu können. Die von der Regierung im überarbeiteten Regierungsprogramm anvisierte Arbeitszeitflexibilisierung ist für den vida-Vorsitzenden Roman Hebenstreit hingegen eine Scheindebatte. Wenn Arbeitgeber über Flexibilisierung sprechen würden, meine man in Wahrheit etwas anderes, „nämlich Arbeit auf Abruf und dass man Überstunden nicht mehr zahlen will, also Lohnraub“, sagte der Spitzengewerkschafter in einem Zeitungsinterview.

Leitls appellierte in seiner Rede an junge Menschen, mitzureden, mitzumachen und mitzugestalten: „Mitgestaltung ist ja etwas, das ihr wollt und das ihr könnt“, wird er in einer Aussendung zitiert. Es zahle sich aus, wenn man sich einsetze. Wirtschaftspolitisch sieht der Wirtschaftsbund-Präsident viele Errungenschaften in Gefahr. Renationalisierung und Wirtschaftsnationalismus bedeute die Ablehnung von Frieden. Der neue US-Präsident Donald Trump habe zumindest einen Vorteil: Er stelle einen „Weckruf für Europa“ dar, nämlich einen „Weckruf dafür, unabhängiger, selbstständiger und stärker zu werden“, betonte Leitl.

~ WEB http://wko.at ~ APA507 2017-03-01/17:15

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Kommentieren