ORF-Redakteure urgieren Information über neue Struktur

Wien (APA) - Die Redakteure im ORF-TV wollen von ORF-Chef Alexander Wrabetz über die Umbaupläne der TV-Information informiert werden und war...

Wien (APA) - Die Redakteure im ORF-TV wollen von ORF-Chef Alexander Wrabetz über die Umbaupläne der TV-Information informiert werden und warnen vor einem rigiden Sparkurs. In am Mittwoch einstimmig verabschiedeten Resolutionen fordern ihn die Redakteursversammlungen von aktuellem Dienst und Magazinen auf, „allen betroffenen Redaktionen Ihre Strukturreform zu präsentieren“ und sich der Diskussion zu stellen.

Über die neue Channelstruktur, von Wrabetz bereits in seiner Bewerbung für die Wiederwahl als Generaldirektor im Vorjahr angekündigt, wird in der ORF-Führungsetage seit geraumer Zeit beraten. Im Vorfeld der Stiftungsrats-Sitzung morgen, Donnerstag, kochten Spekulation über neue Struktur und Namen wieder ordentlich hoch. Lisa Totzauer, derzeit ORF eins-Infochefin, wird als Fixstarterin für das Channelmanagement von ORF eins kolportiert. Roland Brunhofer, bis Ende 2016 Salzburger ORF-Chef, soll den „Channel“ ORF 2 managen. Zuletzt tauchte auch der Name von Innenpolitik-Chef Hans Bürger als neuer Chefredakteur auf. In Medienberichten war außerdem die Rede von einer Neuordnung und Verringerung der ORF-Hauptabteilungen. Zentrale Frage bei all diesen Überlegungen ist natürlich: Wer berichtet an wen, sprich, wer hat die inhaltliche Macht nicht zuletzt über die TV-Information.

Die Redakteure verfolgen all dies mit massivem Unbehagen. Zu hören gebe es jede Menge, etwa auch, dass die Ressorts und Sendungsteams aufgelöst werden sollten, dass Redaktionen zusammengelegt oder „mehrere parallele Chefredaktionen“ etabliert würden, schreiben sie. Aber „trotz dieser massiven Bedrohung unserer bisherigen Arbeitsweise haben wir - die Hauptbetroffenen - von Ihnen bisher keinerlei Informationen über Ihre Pläne bekommen“, heißt es in der Resolution des aktuellen Diensts (Hauptabteilung FD 1) an Wrabetz, die der APA vorliegt.

Zwar gibt es nächste Woche einen Termin mit Redakteursrat; die Redaktionen wollen aber als Gesamtes informiert werden und mit Wrabetz die geplanten Änderungen diskutieren. Dies sei sowohl im Redakteursstatut als auch im ORF-Gesetz verankert.

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Inhaltlich können die Redakteure die kolportierten Änderungen ohnehin nicht nachvollziehen. Die TV-Information stehe erstklassig da. „Es stellt sich für uns die Frage, wozu zusätzliche Führungsebenen eingezogen werden sollen und eine Struktur geschaffen werden soll, die mehr Reibungsverluste und höhere Kosten verursachen könnte.“ Sollte sich auch „nur der Anschein“ ergeben, dass der Grund ein parteipolitischer sei, „schadet das dem Ruf des ORF und unserer Glaubwürdigkeit“.

Kritisiert wird auch der aktuelle Sparkurs: Man habe bereits in der Vergangenheit „erhebliche Effizienzsteigerungen“ umgesetzt. Ein weiteres Sparprogramm in der TV-Information, „weil die neue Morgen-Sendung deutlich teurer wurde, als geplant“, gefährde die Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Kernauftrags.

Die Redakteure der TV-Magazine (Hauptabteilung FD 9) warnten in ihrer Resolution ebenfalls vor zusätzlichen Kosten durch neue Chefs und einem gleichzeitigen „weiteren möglichen Personalabbau“: „Dazu gehört insbesondere der in den letzten Tagen kolportierte Abbau von freien MitarbeiterInnen, PraktikantInnen, Kamera- und TonassistentInnen.“ Nach APA-Informationen werden die schon länger ventilierten „Ein-Personen-Teams“ seit vergangener Woche umgesetzt.

~ WEB http://orf.at ~ APA520 2017-03-01/17:31


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