Europäischer Palettenpool vor Aus - Industrie und Handel alarmiert

Wien (APA) - Der erst vor zweieinhalb Jahren geschaffene europäische Pool für Holzpaletten steht wieder vor dem Aus. Die European Pallet Ass...

Wien (APA) - Der erst vor zweieinhalb Jahren geschaffene europäische Pool für Holzpaletten steht wieder vor dem Aus. Die European Pallet Association (EPAL) hat am Mittwoch mitgeteilt, die Tauschvereinbarung mit der Union internationale des chemins de fer (UIC), dem internationalen Eisenbahnverband, per 30. April 2017 aufzukündigen. Industrie, Handel und Transportwirtschaft warnen vor zusätzlicher Bürokratie.

Rund drei Viertel des europäischen Palettenmarktes entfällt schätzungsweise auf EPAL und ein Viertel auf UIC. Sollte es in den nächsten Wochen keine Einigung geben, könnten ab Ende April Holztauschpaletten mit den Brandings UIC und EPAL nicht mehr gegenseitig getauscht werden. „Das bringt für die österreichische Industrie, Handel und Transportwirtschaft einen ausufernden bürokratischen Aufwand mit sich“, warnte die Wirtschaftskammer am Mittwochnachmittag in einer Aussendung. Die Palettenbestände müssten ab dem genannten Zeitpunkt getrennt verwaltet werden.

„Die ARGE Palettenpool steht jedem Wettbewerb offen gegenüber, aber diese Vorgehensweise wird auf dem Rücken der Unternehmen ausgetragen, die schließlich nicht nur den hohen Verwaltungsaufwand, sondern auch den finanziellen Aufwand tragen werden müssen“, so der Obmann der ARGE Palettenpool in der WKÖ, Karl Kern. Es werde nachhaltig das Palettentauschsystem geschädigt, welches im Vergleich zu den anderen Systemen, wie etwa Mietpaletten, einen wesentlichen Preisvorteil habe. Der Vorwurf, dass nur UIC-Paletten gefälscht werden, sei „fern ab jeglicher Realität“.

Bei der ÖBB-Tochter Rail Cargo Austria - in Österreich für UIC-Paletten zuständig - zeigte man sich über die Aufkündigung der Tauschvereinbarung durch EPAL verwundert. „Die Entscheidung ist nicht nachvollziehbar“, hieß es von der ÖBB auf APA-Anfrage.

Im Schnitt sind laut Wirtschaftskammer circa 8 Millionen Paletten in Österreich im Umlauf. Erstmals wurden in den 1960-Jahren genormte Holzpaletten für den Stückgutverkehr eingesetzt. Der Transport vieler Kleinteile, zusammengefasst auf der Palette bis zum letzten Umladeort, verkürzte die Verladezeiten um bis zu 90 Prozent.

Mit rund 500 Millionen Exemplaren ist die Euro-Palette heute der am weitesten verbreitete genormte Ladungsträger der Welt. Die meisten Paletten sind aus getrocknetem und hitzebehandeltem Fichtenholz gefertigt, jeder Palette besteht aus 11 Brettern, 9 Klötzen und 78 Nägeln. Die Palette sollte rund 1.500 Kilogramm Last aushalten bei einem Eigengewicht von 25 kg. Die Lebensdauer der Holztauschpaletten liegt je nach Verwendung zwischen 1 bis 10 Jahren. Seit einigen Jahren liegen aus Holzpaletten gefertigte Möbel stark im Trend.

~ WEB http://www.oebb.at/ ~ APA548 2017-03-01/18:18


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