Para-Sport: ÖBSV, ÖPC und SOÖ - 3 Sport-Organisationen für Behinderte

Graz/Schladming (APA) - In Österreich ist der Behindertensport mittels drei anerkannten Institutionen organisiert. Der Österreichische Behin...

Graz/Schladming (APA) - In Österreich ist der Behindertensport mittels drei anerkannten Institutionen organisiert. Der Österreichische Behindertensportverband - Para-Sport Austria (ÖBSV), das Österreichische Paralympische Committee (ÖPC) und Special Olympics Österreich (SOÖ) kümmern sich um Sportler mit Körper-, Sinnes- und Mentalbehinderung. Seit 2014 sind Sportler mit Behinderung aber auch in Fachverbänden inkludiert.

Unter Behindertensport oder Para-Sport versteht man Sport für Menschen mit Körperbehinderung (Amputation, Cerebralparetik und Wirbelsäulenschädigung), Sinnesbeeinträchtigung (Seh- und Hörbehinderung) und Mentalbehinderung. Im Bereich der Mentalbehinderung unterscheidet man zwei Kategorien: lernschwache Menschen mit Teilleistungsstörungen (IQ unter 75) und Menschen mit mentaler Behinderung und oftmals Mehrfachbehinderung (Down-Syndrom/Trisomie 21 etc.).

In dem 1958 gegründeten ÖBSV, der 2015 seinen Namen um Para-Sport Austria erweitert hat, sind in über 40 Sportarten rund 6.500 Mitglieder in 100 Vereinen aktiv. Im ÖBSV betreiben Menschen aus allen drei Behinderten-Bereichen sowohl Breiten- als auch Leistungssport. Für ÖBSV-Spitzensportler gelten wie bei anderen Sportverbänden auch Kader- und Qualifikationsrichtlinien für die Entsendung zu Europa- und Weltmeisterschaften sowie den Paralympischen Spielen. Sie unterliegen zudem den Anti-Doping-Bestimmungen.

Mit dem Bundessportförderungsgesetz 2014 wurde im österreichischen Sport der Weg zur Inklusion verordnet, also die Zusammenführung von Parasportlern mit nicht beeinträchtigten Sportlern. Skisport, Kanu, Rudern, Tischtennis sowie Bogen-, Pferde- und Radsport waren die Vorreiter, mittlerweile gibt es 18 inkludierende Fachverbände. Allerdings bringt die Inklusion auch Konfliktpotenzial mit sich, geht es doch auch um die Aufteilung der Fördermittel an den ÖBSV bzw. die inkludierenden Verbände.

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Ein Meilenstein im organisierten Behindertensport in Österreich wurde im Oktober des vergangenen Jahres erreicht, als fünf paralympische Sportler in das Heeressportzentrum aufgenommen wurden.

Das seit 1998 bestehende ÖPC ist Mitglied des 1989 gegründeten „International Paralympic Committee“ (IPC) mit Sitz in Bonn, das alle zwei Jahre jeweils zehn Tage nach den Olympischen Spielen am selben Ort die Paralympics durchführt. Das ÖPC entsendet die Sportler zu den Paralympischen Spielen, die wichtigste Aufgabe ist es, die finanziellen Voraussetzungen dafür zu schaffen.

Die dritte Institution ist der 1993 in Schladming gegründete Verein Special Olympics Österreich für mental- und mehrfachbehinderte Menschen. Die Mission ist, durch Sport die Lebensqualität dieser Menschen zu verbessern. Der Verein ist Teil der weltweiten Special Olympics Bewegung und diesen März Veranstalter der Special Olympics Winterspiele 2017 in der Steiermark.


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