Urteil über Auslieferung von kosovarischem Ex-Regierungschef vertagt

Paris/Prishtina (Pristina)/Belgrad (APA) - Keine Entscheidung wird es am Donnerstag geben, ob Frankreich den Anfang des Jahres festgenommene...

Paris/Prishtina (Pristina)/Belgrad (APA) - Keine Entscheidung wird es am Donnerstag geben, ob Frankreich den Anfang des Jahres festgenommene Kosovo-Politiker Ramush Haradinaj nach Serbien ausgeliefert wird. Ein Gericht in der französischen Stadt Colmar vertagte am Donnerstag das Urteil auf den 6. April. Die Richter folgten dem Antrag der Staatsanwaltschaft und forderten weitere Informationen von Belgrad.

Der frühere Ministerpräsident des Kosovo und ehemalige Chef der albanischen Rebellenarmee UCK erklärte nach der Verhandlung in Colmar laut kosovarischen Medien, er sei zur Geisel der Politik geworden. Haradinaj war am 4. Jänner auf Basis eines serbischen Haftbefehls in Frankreich festgenommen worden. Serbien wirft ihm Kriegsverbrechen im Juni 1999 während des Kosovo-Krieges vor.

Der Ex-Premier stand bereits zweimal vor dem UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im einstigen Jugoslawien, wurde aber beide Male freigesprochen. Belgrad argumentiert, dass sich die Vorwürfe allerdings nur auf das Jahr 1998 bezogen hätten. Die Festnahme sorgte für neuerliche Spannungen in der schwierigen Beziehung zwischen Serbien und dessen ehemaligen Provinz Kosovo. Die kosovarische Regierung protestierte gegen die Festnahme und bezeichnete sie als einen „primitiven Akt“.

Haradinaj war kurz nach der Festnahme auf freien Fuß gesetzt worden, darf aber Frankreich bis zum Abschluss des Verfahrens nicht verlassen.

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