ORF-Stiftungsrat berät Standort - roter Gegenwind

Wien (APA) - Der Stiftungsrat des ORF lässt sich am Donnerstag den aktuellen Status des Standortprojekts berichten. Im Vorfeld wehte ORF-Che...

Wien (APA) - Der Stiftungsrat des ORF lässt sich am Donnerstag den aktuellen Status des Standortprojekts berichten. Im Vorfeld wehte ORF-Chef Alexander Wrabetz kräftiger Gegenwind aus roter Richtung entgegen: Der Wiener Vertreter Norbert Kettner sagte im „Standard“, er könne bei dem Projekt nicht mehr mitstimmen. Das wiederum stieß auf süffisante Reaktion beim ÖVP-“Freundeskreis“-Leiter Thomas Zach.

Kettner sprach in der Donnerstagausgabe von einer „kolossalen Fehlentscheidung“ gegen einen Neubau für den ORF - die Stadt Wien hatte St. Marx beworben -, die sich nun räche. Mit Blick auf den immer noch nicht vollzogenen Verkauf des Funkhauses (was dem ORF 2016 ein Minus bescherte), sagte er: „Zizerlweiser Verkauf und Rückmietungen, keiner weiß mehr, welches Stockwerk wem gehört: So kann man keinen Radiobetrieb aufrechterhalten.“ Er hoffe, „der Generaldirektor löst diese immer seltsameren Asynchronitäten. Bei mir reicht es nur noch für eine Enthaltung“, so der Vertreter des Roten Wiens.

Zach hielt dazu fest: Das vom Stiftungsrat genehmigte Budget für den Umbau von 303 Millionen Euro müsse eingehalten werden. Im übrigen „stelle ich fest, dass offenbar diejenigen, die den Generaldirektor mit knapper Mehrheit noch einmal zum Generaldirektor gemacht haben, ihm nun sukzessive die Unterstützung entziehen“. Das sei erst bei der Gebührenanpassung so gewesen und nun in der Standortfrage.

Der ÖVP-Freundeskreisleiter pochte weiters darauf, dass die angekündigte „Strukturreform“ im ORF-TV umzusetzen sei. Die „Unternehmensstruktur neu“ ist Punkt 6.3 auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung. Zuletzt hatten die TV-Redakteure aufbegehrt, von Wrabetz umfassende Informationen über die geplante „Channelstruktur“ gefordert und die Zweckmäßigkeit einer weiteren Chefebene bezweifelt, zumal keinesfalls der Anschein einer parteipolitischen Besetzung erweckt werden dürfe.

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