Leichtathletik: Zwei Top-Ten-Ränge für ÖLV-Team Ziel bei Hallen-EM

Belgrad (APA) - Ein besseres Abschneiden als bei der letzten Hallen-EM 2015 in Prag hat sich der Österreichische Leichtathletikverband (ÖLV)...

Belgrad (APA) - Ein besseres Abschneiden als bei der letzten Hallen-EM 2015 in Prag hat sich der Österreichische Leichtathletikverband (ÖLV) für die Kontinentaltitelkämpfe von Freitag bis Sonntag in Belgrad zum Ziel gesetzt. Die damalige 3.000-m-Neunte Jennifer Wenth fehlt heuer verletzungsbedingt, der ÖLV bringt aber acht Athleten an den Start. Angeführt von Siebenkampf-EM-Bronzemedaillengewinnerin Ivona Dadic.

Das junge Team hat bereits einiges an Erfahrung gesammelt, ÖLV-Sportdirektor Gregor Högler ist für das Saison-Highlight unter Dach deshalb zuversichtlich. „Es freut mich vor allem, dass die Mehrkämpfer ihre positive Entwicklung der Freiluftsaison fortsetzen konnten und sich auf der Europa-Bühne etablieren. Ich bin überzeugt, dass dieses Team zwei Top-10-Plätze erreichen kann, womit wir eine deutliche Steigerung zu den letzten Hallen-Europameisterschaften hätten.“ Die letzten Medaillen gab es 2005 in Madrid mit einmal Silber und zweimal Bronze.

Für die 23-jährige Dadic ist es das Hallen-EM-Debüt, sie ist in Topform, stellte Anfang Februar mit 4.520 Punkten einen neuen österreichischen Fünfkampf-Rekord auf. „Ich bin in einer guten Form und bin im Aufbau ohne Verletzungen durchgekommen, was sehr wichtig war. Ich freue mich richtig auf die EM. Zufrieden wäre ich, wenn ich mit vielen Punkten im Koffer nach Hause reise“, sagte die Oberösterreicherin, die freilich eine Anwärterin für einen absoluten Spitzenplatz ist.

Aber auch Trainer Philipp Unfried will es ruhig angehen lassen. „Es gilt, fokussiert in jeden einzelnen Bewerb zu gehen, das abzurufen, was sie drauf hat und nicht zu früh mit der Punkterechnerei zu beginnen.“ Mit Verena Preiner ist eine weitere starke Mehrkämpferin mit dabei, die EM-Siebente von Amsterdam peilt einen Top-Ten-Rang an. „Ich werde in jeder Disziplin mein Bestes geben, damit ich am Freitagabend mit meiner Leistung zufrieden sein kann.“ 4.486 Punkte hat sie heuer bereits erreicht.

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Einen Doppelstart über 60 m flach und Hürden wird Stephanie Bendrat absolvieren. Vergangenen Winter war sie einzige ÖLV-Teilnehmerin bei der Hallen-WM in Portland (USA) und über die 60 m Hürden 13. Von einer Grippe hat sich die Salzburgerin gut erholt. „Ich bin wieder in Topform. Jetzt heißt es Gas geben und die Hürden voll attackieren.“ Für die 60 m flach hat sie sich vorgenommen, die Zeit von den Staatsmeisterschaften (7,53 Sek.) zu verbessern.

Hochspringerin Ekaterina Krasovskiy wird von Roland Gusenbauer trainiert, für den dies ein besonderes Ereignis ist: Er war 1970 bei der 1. Hallen-EM in Wien Trainer seiner Frau Ilona Gusenbauer, die Hochsprung-Gold holte. „Mein Ziel ist, 1,92 m zu springen und das Finale zu erreichen. Dazu muss ich locker bleiben, das ist das Wichtigste. Ich weiß, dass ich das springen kann, ich muss nur selbstbewusst sein“, sagte die bereits 32-jährige gebürtige Russin (Kuntsevich), die im Dezember 2015 eingebürgert wurde und in Wien lebt.

Vierköpfig ist auch das Männer-Aufgebot. Siebenkämpfer Dominik Distelberger hat ein vorrangiges Ziel. „Gesund durch den Mehrkampf zu kommen, da ich schon zweimal bei einer Hallen-EM am Start war und ich mich bei beiden Teilnahmen verletzt habe.“ Seine Saisonleistung steht bei 5.939 Punkten, der persönliche Rekord bei 5.951, und den will er verbessern. „Es ist für jeden der 16 Starter realistisch, 6.000 Punkte zu machen, wir können also einen interessanten Mehrkampf erwarten.“

Dreispringer Julian Kellerer hat bereits einige Verletzungen hinter sich, debütiert deshalb erst mit 27 in der Allgemeinen Klasse bei einem Großereignis. Allerdings plagen den Kärntner derzeit leichte Knieprobleme, weshalb er „sehr zufrieden“ wäre, wenn er in den Bereich seiner Bestleistung von 16,30 m springen könnte. 60-m-Läufer Markus Fuchs hat sich das Semifinale zum Ziel gesetzt. Das ist auch für Trainerin Victoria Schreibeis realistisch. „Die Top 16 sind sicher drinnen für ihn. Er konnte gut trainieren und ist in Form.“

Andreas Vojta hat das Limit über 1.500 m und 3.000 m erbracht, wird aber nur über die längere Distanz antreten. „Bei meinen Wettkämpfen habe ich gemerkt, dass sich diese Distanz momentan besser als die 1.500 m anfühlt und ich auch von der Leistung her noch einiges Potenzial sehe. Ziel für mich ist auf alle Fälle der Einzug ins Finale, der sicherlich möglich ist, wenn ich taktisch klug laufe und am Ende meine Stärken ausspiele“, sagte der 27-jährige Vojta.


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