Pakistan beschloss Reform der terrorgeschüttelten Stammesgebiete

Islamabad (APA/dpa) - Pakistan hat umfassende Reformen der terrorgeschüttelten Stammesgebiete entlang der afghanischen Grenze beschlossen. D...

Islamabad (APA/dpa) - Pakistan hat umfassende Reformen der terrorgeschüttelten Stammesgebiete entlang der afghanischen Grenze beschlossen. Das Kabinett des Landes billige Empfehlungen einer Reformkommission, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Notiz. Das Parlament muss noch zustimmen, wird dies aber wohl tun.

Die Vorschläge der Reformkommission sehen politische, wirtschaftliche und rechtliche Maßnahmen sowie Entwicklungshilfe vor. Ein Ziel ist die Verbesserung der Sicherheitslage in den Gebieten und damit im ganzen Land.

In den vergangenen Wochen hatte es nach zwei ruhigeren Jahren eine ganze Serie von Anschlägen mit mindestens 130 toten Zivilisten und Sicherheitskräften gegeben. Viele der pakistanischen Extremisten sollen für die Angriffe aus sicheren Rückzugsgebieten in Afghanistan über die wilde Grenze in die Stammesgebiete gekommen sein.

Die Stammesgebiete unter Bundesverwaltung (Fata) bestehen aus sieben Bezirken, die lange Jahre Al-Kaida- und Talibankämpfer beherbergt hatten. Zu ihnen gehören die berüchtigten Bezirke Nord-Waziristan und Kurram. Das Militär hatte dort von 2014 an mit Großeinsätzen viele Extremisten vertrieben oder getötet. Dennoch gilt Fata immer noch als Hort des Extremismus.

Die Gesetze der halbautonomen Sonderterritorien stammen teilweise aus dem Jahr 1901 und sehen zum Beispiel die Sippenhaft vor. Fata gilt als eine der ärmsten Gegenden des Landes. Ab 2021 sollen die Stammesgebiete offiziell Teil der Nachbarprovinz Khyber Pakhtunkhwa werden.


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