Lobautunnel - Vassilakou: Gutachten soll demnächst vorliegen

Wien (APA) - Das Ergebnis der von den Wiener Grünen angekündigten Prüfung von Alternativen zum Lobautunnel soll demnächst vorliegen. „Die Ar...

Wien (APA) - Das Ergebnis der von den Wiener Grünen angekündigten Prüfung von Alternativen zum Lobautunnel soll demnächst vorliegen. „Die Arbeit ist ziemlich weit gediehen“, sagte Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou in der Fragestunde im Wiener Gemeinderat am Donnerstag. Das Ergebnis werde „nicht mehr lange auf sich warten lassen“, versicherte sie. Einen konkreten Zeitpunkt nannte sie nicht.

Es gehe nicht darum, eine alternative Planung zu präsentierten, betonte sie, sondern darum, valide Zahlen als Gesprächsbasis zu erhalten. Sie habe das internationale Expertenteam damit beauftragt, verschiedene Trassenvarianten zu prüfen, vor allem aber zu untersuchen, was es aus verkehrsorganisatorischer Sicht bedeutet, wenn der Tunnel gebaut wird, und was es bedeutet, wenn er nicht kommt.

Es gehe darum, zu untersuchen, welche Entlastungs- und Belastungseffekte zu erwarten seien, um eine Diskussionsgrundlage zu erhalten, so die Verkehrsstadträtin. Denn die Verkehrsberechnungen, die bisher herangezogen wurden, seien mittlerweile 20 Jahre alt, meinte sie.

Sollte das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) grünes Licht für den Bau des Tunnels geben, würde das „einen gewaltigen Eingriff in den Nationalpark“ bedeuten, sagte Vassilakou, die ihre Ablehnung des Projekts bekräftige. „Es ist bekannt, dass der Herr Bürgermeister und ich in dieser Frage nicht einer Meinung sind. Ich gehe davon aus, dass das auch so bleiben wird“, sagte sie.

Die Entscheidung, ob der Tunnel gebaut werde oder nicht, liege nicht in ihrer Kompetenz, betonte sie. Da es sich um ein Projekt der Asfinag handle, liege die Entscheidung darüber „alleine in Bundeskompetenz“. Derzeit prüft das Bundesverwaltungsgericht in zweiter Instanz den positiven Umweltverträglichkeitsbescheid für den geplanten S1-Abschnitt Schwechat bis Süßenbrunn, wo sich auch der umstrittene Lobautunnel befindet.

Mit Kritik reagierte die Wiener ÖVP - die die entsprechende Frage gestellt hatte - auf die Aussagen Vassilakous. „Anstatt endlich Ideologie aus- und Vernunft einzuschalten und den Lobautunnel anzugehen, setzt sie weiter auf stur-grüne Blockade“, sagte der Wiener ÖVP-Chef Gernot Blümel laut einer Aussendung. „Faktum ist: Der Lobautunnel ist und bleibt alternativlos und nur der Bau dieses Projekts kann eine nachhaltige Verkehrsentlastung der Donaustadt sowie der gesamten Region gewährleisten“, so Blümel.


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