Bosnien schickt drei verschiedene Antworten auf IGH-Anfrage

Sarajevo/Den Haag (APA) - Die drei Staatsvölker von Bosnien-Herzegowina haben sich nicht auf eine gemeinsame Haltung zu einer neuen Völkermo...

Sarajevo/Den Haag (APA) - Die drei Staatsvölker von Bosnien-Herzegowina haben sich nicht auf eine gemeinsame Haltung zu einer neuen Völkermordklage gegen Serbien einigen können. Der Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag, der eine Klärung der bosnischen Position gefordert hat, wird daher drei verschiedene schriftliche Antworten von der Staatsspitze in Sarajevo erhalten.

Während der Vertreter der Bosniaken (Muslime) im Staatspräsidium, Bakir Izetbegovic, einen Einspruch gegen ein vor zehn Jahren gefälltes Völkermord-Urteil des IGH gegen Serbien eingereicht hat, lehnt der serbische Vertreter Mladen Ivanic dies ab, der Kroate Dragan Covic hat laut Medienberichten eine „neutrale“ Position eingenommen. Bei einem Treffen des dreiköpfigen Staatspräsidium am Donnerstag gab es keine Einigung, es wurde beschlossen, dass jedes Mitglied des obersten Staatsgremium seine eigene Antwort formulieren soll.

Der IGH hatte in seinem Urteil von 2007 Serbien vom Völkermord im ostbosnischen Srebrenica freigesprochen, allerdings auch festgestellt, dass Belgrad nicht alles in seiner Macht unternommen habe, um das Massaker zu verhindern. Bosnisch-serbischen Truppen hatten in Srebrenica im Juli 1995 rund 8.000 muslimische Buben und Männer ermordet. Die Ankündigung der Revision hatte die ohnehin schlechten nationalen Beziehungen der drei Bevölkerungsgruppen auf einen Tiefpunkt sinken lassen.

~ WEB http://www.icj-cij.org/ ~ APA279 2017-03-02/12:22

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